Mit Geburtstagen rechnen

Jun 19, 2026

Manchmal bin ich der Aufgaben aus dem Buch, dem Arbeitsheft oder Bettermarks überdrüssig und denke mir eigene Aufgaben aus. Für Abwechslung sorgt dabei an der ein oder anderen Stelle der Geburtstag der Schüler.

Beispielsweise kann jeder Schüler seine quadratische Geburtstagsfunktion mit dem Funktionsterm f ( x ) = x 2 + M o n a t x + T a g (wobei ein oder beide Pluszeichen auch frei mit einem Minus getauscht werden können) erstellen und dann der Scheitelpunkt dieser Geburtstagsfunktion zu ermitteln. Anschließend können die Schüler untereinander ihre Funktionen tauschen und damit weiterrechnen.Oder es könnten die Nullstellen bestimmt werden. Dabei wäre dann zu überprüfen, für welche Funktionen es überhaupt Nullstellen gibt, genauer: wovon dies abhängt.

Oder es können einfache Additions- oder Multiplikationsaufgaben mit positiven und negativen Zahlen aus dem Tag und dem Monat erstellt werden, wodurch man viele Kopfrechenaufgaben erhält, die sich die Schüler gegenseitig stellen können.

Mein aktuelles Unterrichtsbeispiel gehört zu den linearen Funktionen:

  1. Notiere deine Geburtstagsfunktion, also eine Funktion mit der Gleichung y = M o n a t x + T a g (wobei die Vorzeichen von Monat und Tag frei gewählt werden dürfen)
  2. Berechne die Nullstelle deiner Geburtstagsfunktion.
  3. Welche Geburtstage haben die Nullstelle x=1 (oder x=2)?
  4. Welcher Geburtstag hat die größte Nullstelle?
  5. Gibt es Geburtstage mit der Nullstelle x=0?
  6. Partnerarbeit: Berechnet den Schnittpunkt eurer beiden Geburtstagsfunktionen.

Zusatzidee für Programmierer (nicht ausprobiert):
Die Anzahl aller Schnittpunkte von je zwei linearen Geburtstagsfunktionen ist endlich.

  1. Bestimme die Anzahl der Schnittpunkte.
  2. Stelle die Verteilung im Koordinatensystem dar.

Auf mehreren Zeitschienen

Jan 30, 2026

Etwas eigenartig fühlen sich die Januarwochen an. Während die einen Klassen dem Ende des Halbjahres entgegenfiebern, sind die anderen bereits voll im neuen Halbjahr drin. Schuld daran sind zum einen versetzte Halbjahreswechsel in der Sek. I und der Sek. II, zum anderen das Praktikum in Jahrgang 11.

Für die 12. und 13. Klassen endete diesmal das Semester vor den Weihnachtsferien. Das ist durchaus sinnvoll, wenn das 2. bzw. 4. Semester sonst deutlich kürzer ist. In meinem Grundkurs sind wir also schon Anfang Januar in eine neue Notenrunde gestartet.

Für alle anderen endete heute das 1. Halbjahr mit den dazugehörigen Zeugnissen. Hier war der Januar der Zeitraum, in dem es um Noten und letzte Verhandlungsbesserungsmöglichkeiten ging. Die 11. Klassen sind allerdings diese Woche ins Praktikum gestartet und haben daher letzte Woche schon ihre Zeugnisse erhalten. Für mich als Klassenlehrerin in einer 11. Klasse war daher das 1. Halbjahr irgendwie schon letzte Woche zu Ende. Entsprechend enthusiastisch bin ich auch in den Unterricht der jüngeren Klassen hineingegangen, als würden wir frisch ins neue Halbjahr starten. Was diese Klassen natürlich nicht so sahen.

Und so fühlte ich mich diese Woche, als sei ich auf mehreren Zeitschienen unterwegs: Mitten im neuen Halbjahr und gleichzeitig am Ende eines alten Halbjahres.

Es rutscht die Arbeit

Jan 12, 2026

Nun also Glatteis. Wieder hat ganz Niedersachsen den Präsenzunterricht eingestellt. Dadurch verbringe ich heute viel Zeit am Schreibtisch:

  • Aufgaben erstellen
  • einen Blick ins Aufgabenfeedback werfen (als Vorbereitung auf den Unterricht morgen)
  • letzte Nachschreibarbeiten korrigieren
  • Noten auswürfeln ausrechnen festlegen
  • um fehlende Registrierungen und vergessene Passwörter für moin.schule (für den Zugriff auf Bettermarks) kümmern
  • eine Anleitung für das Auslesen der Fehltage im digitalen Klassenbuch von IServ erstellen
  • eine Übersicht für das Verhalten in Videokonferenzen mailen
  • den Ablaufplan für den Umgang mit Abwesenheiten im digitalen Klassenbuch überarbeiten
  • etliche E-Mails lesen und beantworten

Was noch nicht passiert ist:

  • die Vorbereitung des Unterrichts morgen

Vom Umbenennen

Aug 03, 2025

Seit zwei Jahren läuft nun das Pflichtfach Informatik. Und es ist so dringend nötig! Nicht nur wegen des Einblicks in den Rechner oder ins Programmieren. Das ist zwar auch sehr beeindruckend und bei Letzterem auch sehr kreativ (außer man googelt oder KI-t [gibts das als Verb?] Lösungsskripte).

Die erste Stunde beginnt aber viel banaler, eigentlich gehört es in den Bereich "Medienbildung": Die Schüler:innen sollen fürs Fachmaterial Ordner und Unterordner erstellen und dann die ausgeteilten Dateien abspeichern und nach Vorgabe umbenennen. Und ich bin immer wieder überrascht, wie viel Zeit dies beansprucht. Wir reden hier von Klasse 9 und 10, die bereits Erfahrung im Umgang mit Dateien haben sollten, schließlich mussten sie schon Präsentationen oder Texte digital abgeben. Aber offenbar nicht mit einem vorgegebenen Dateinamen.

Für das Hochladen von Dateien im Aufgabenmodul ist dies auch nicht unbedingt notwendig. Die Dateien kann man ja mit Klick auf den Schülernamen öffnen. Wenn man sie herunterlädt, werden sie in Ordnern mit Schülernamen gespeichert. Und die Schüler:innen brauchen nur ihre Datei hochladen, wo auch immer und unter welchem Namen auch immer sie gespeichert ist. Also warum dann so viel Tantam?

Es geht darum, den Rechner oder das Tablet oder das Smartphone als Werkzeug zu verstehen. Im Idealfall beherrscht das Werkzeug nicht mich, sondern ich beherrsche das Werkzeug. Ich kontrolliere, was ich wann, wo und wie speichere. Wenn das Gerät mir dies nicht ermöglicht, dann ist es für mich unbrauchbar.

Jedes Gerät und jede App speichert unterschiedlich. Das geht mit dem Speicherort los und geht beim Dateinamen weiter - vom Dateiformat ganz zu schweigen! Dabei entstehen dann so unhandliche Dateinamen wie "Scratch-Projekt (1)(4).sb3", bei denen man nicht weiß, ob sich dahinter nun das Pacman-Spiel oder der Rasenmähroboter befindet oder ob es sich um die erste, unvollständige Version oder die letzte, gründlich überarbeitete und fehlerbereinigte Version handelt.

Beim Hochladen der Datei stellt sich dann die Frage, wo die Datei eigentlich gespeichert ist. Im Download-Ordner sucht man nicht unbedingt als erstes (dort werden z.B. im Browser entwickelte Scratch-Dateien allerdings gespeichert). Da wäre es doch sinnvoller, alle wichtigen Dateien aller Apps dort zu speichern, wo man sie auch wiederfindet, also im eigenen Ordner.

Im Idealfall speichern die Schüler:innen also ihre Dateien in den dafür vorgesehehen Ordnern und Unterordnern und benennen ihre Dateien nach meinen Kriterien und haben nach dem Inforamtikunterricht die Wahl, ob sie die Kriterien beibehalten oder für sich anpassen oder weiterhin auf die Vorgaben des Geräts setzen.

In der Realität erhält man von mindestens 1/3 der Schüler:innen das gesamte Halbjahr lang Dateien der Form "Dokument1.docx" oder "Scratch-Projekt (1)(4).sb3". Und es war dann garantiert nicht die richtige oder endgültige Abgabe.

Mein Motto für 2024

Jan 15, 2024

Bei Herrn Mess und Jan-Martin habe ich von ihrem Aufruf zu einer Blogparade zum Thema "Mein (schulisches) Motto für 2024" gelesen.

So richtig motiviert bin ich nicht ins neue Jahr gestartet. Das letzte Jahr war einfach zu viel. Zu viel an Themen, zu viel an Konflikten, zu viel Spagat zwischen Arbeit und Freizeit, zu viel an Problemen, zu viel an Aufgaben, zu viel dies, zu viel das.

Weniger von allem wäre ein schöner Vorsatz. Aber das alleine ist es nicht. Denn die große Bandbreite an Themen wird dadurch nicht weniger, und manches ist auch einfach nur durcheinandergeraten. Was ich eigentlich möchte, ist mal so richtig aufzuräumen, mich neu zu sortieren, manches wieder an seinen rechten Platz schieben und die schönen Dinge ins Zentrum rücken.

Mein Motto lautet daher: Aufräumen.