Vom Umbenennen

Aug 03, 2025

Seit zwei Jahren läuft nun das Pflichtfach Informatik. Und es ist so dringend nötig! Nicht nur wegen des Einblicks in den Rechner oder ins Programmieren. Das ist zwar auch sehr beeindruckend und bei Letzterem auch sehr kreativ (außer man googelt oder KI-t [gibts das als Verb?] Lösungsskripte).

Die erste Stunde beginnt aber viel banaler, eigentlich gehört es in den Bereich "Medienbildung": Die Schüler:innen sollen fürs Fachmaterial Ordner und Unterordner erstellen und dann die ausgeteilten Dateien abspeichern und nach Vorgabe umbenennen. Und ich bin immer wieder überrascht, wie viel Zeit dies beansprucht. Wir reden hier von Klasse 9 und 10, die bereits Erfahrung im Umgang mit Dateien haben sollten, schließlich mussten sie schon Präsentationen oder Texte digital abgeben. Aber offenbar nicht mit einem vorgegebenen Dateinamen.

Für das Hochladen von Dateien im Aufgabenmodul ist dies auch nicht unbedingt notwendig. Die Dateien kann man ja mit Klick auf den Schülernamen öffnen. Wenn man sie herunterlädt, werden sie in Ordnern mit Schülernamen gespeichert. Und die Schüler:innen brauchen nur ihre Datei hochladen, wo auch immer und unter welchem Namen auch immer sie gespeichert ist. Also warum dann so viel Tantam?

Es geht darum, den Rechner oder das Tablet oder das Smartphone als Werkzeug zu verstehen. Im Idealfall beherrscht das Werkzeug nicht mich, sondern ich beherrsche das Werkzeug. Ich kontrolliere, was ich wann, wo und wie speichere. Wenn das Gerät mir dies nicht ermöglicht, dann ist es für mich unbrauchbar.

Jedes Gerät und jede App speichert unterschiedlich. Das geht mit dem Speicherort los und geht beim Dateinamen weiter - vom Dateiformat ganz zu schweigen! Dabei entstehen dann so unhandliche Dateinamen wie "Scratch-Projekt (1)(4).sb3", bei denen man nicht weiß, ob sich dahinter nun das Pacman-Spiel oder der Rasenmähroboter befindet oder ob es sich um die erste, unvollständige Version oder die letzte, gründlich überarbeitete und fehlerbereinigte Version handelt.

Beim Hochladen der Datei stellt sich dann die Frage, wo die Datei eigentlich gespeichert ist. Im Download-Ordner sucht man nicht unbedingt als erstes (dort werden z.B. im Browser entwickelte Scratch-Dateien allerdings gespeichert). Da wäre es doch sinnvoller, alle wichtigen Dateien aller Apps dort zu speichern, wo man sie auch wiederfindet, also im eigenen Ordner.

Im Idealfall speichern die Schüler:innen also ihre Dateien in den dafür vorgesehehen Ordnern und Unterordnern und benennen ihre Dateien nach meinen Kriterien und haben nach dem Inforamtikunterricht die Wahl, ob sie die Kriterien beibehalten oder für sich anpassen oder weiterhin auf die Vorgaben des Geräts setzen.

In der Realität erhält man von mindestens 1/3 der Schüler:innen das gesamte Halbjahr lang Dateien der Form "Dokument1.docx" oder "Scratch-Projekt (1)(4).sb3". Und es war dann garantiert nicht die richtige oder endgültige Abgabe.

Mein Motto für 2024

Jan 15, 2024

Bei Herrn Mess und Jan-Martin habe ich von ihrem Aufruf zu einer Blogparade zum Thema "Mein (schulisches) Motto für 2024" gelesen.

So richtig motiviert bin ich nicht ins neue Jahr gestartet. Das letzte Jahr war einfach zu viel. Zu viel an Themen, zu viel an Konflikten, zu viel Spagat zwischen Arbeit und Freizeit, zu viel an Problemen, zu viel an Aufgaben, zu viel dies, zu viel das.

Weniger von allem wäre ein schöner Vorsatz. Aber das alleine ist es nicht. Denn die große Bandbreite an Themen wird dadurch nicht weniger, und manches ist auch einfach nur durcheinandergeraten. Was ich eigentlich möchte, ist mal so richtig aufzuräumen, mich neu zu sortieren, manches wieder an seinen rechten Platz schieben und die schönen Dinge ins Zentrum rücken.

Mein Motto lautet daher: Aufräumen.

Mathe mit ChatGPT

Aug 12, 2023

In einer der letzten Stunden habe ich mit einer 11. Klasse ChatGPT im Matheunterricht ausprobiert. Die Fragestellung für die Stunde lautete: "Wie kann man ChatGPT zum Lernen für Mathe nutzen? Und speziell für Differenzialrechnung?"

Schülerideen waren:

  • Rechenaufgaben stellen lassen
  • Rechenaufgaben lösen
  • Fachbegriffe erklären lassen
  • einen Lernplan zur Vorbereitung auf eine Klausur/auf die Abiturprüfung erstellen

Danach ging es ans Ausprobieren. Die Prompts und Ausgaben wurden anschließend vorgestellt und beurteilt. Wesentliche Probleme waren für die Schülerinnen und Schüler dank monatelanger intensiver Auseinandersetzung mit der Differenzialrechnung offensichtlich: Die Matheaufgaben waren teilweise sehr einseitig ("Bestimme die Ableitung", "Berechne die Extrempunkte"), es gab viele Fehler in den Lösungen (konstanter Summand im Funktionsterm taucht auch in der Ableitung auf, trotz mehrfacher Promptanpassung) und in den Erklärungen wurden Begriffe verwendet, die deutlich über das Kerncurriculum hinausgehen.

Banal ist aus meiner Sicht die Erkenntnis, dass man zur angemessenen Nutzung von ChatGPT deutliches Hintergrundwissen benötigt, um die Ergebnisse zu beurteilen und die Prompts anzupassen. Ebenso wenig überraschend war, dass ChatGPT als Neuronales Netz, das Sprache imitiert, kein Mathe "kann" (dafür gibt es Taschenrechner und Wolfram Alpha). Schön war, das mit den Schülern zu analysieren und so das gesamte Thema zu wiederholen (statt nur Rechenaufgabenzu lösen).

Ich nehme nun ein Werkzeug mit, dass mir für das neue Schuljahr jede Menge Material zur Fehlersuche generiert.

Im Klassenlehrerpult

Aug 06, 2023

Wie sieht es bei euch im Lehrerpult im Klassenraum aus? Gähnende Leere, Ablage für diverse Zettel oder wohlsortiertes Arbeitsfach?

Während es Schulen mit Lehrerraumprinzip gibt, an denen jede Lehrkraft ihren (Fach-)Raum hat und die Schüler zwischen den Räumen wandern, laufe ich an meiner Schule von Klassenraum zu Klassenraum mit allen Materialien im Gepäck. Um mir wenigstens im Klassenraum der eigenen Klasse dies zu ersparen, habe ich im Lehrerpult eine Box mit den wichtigsten Utensilien untergebracht, die von anderen Lehrkräften in dieser Klasse mitgenutzt werden dürfen. Diese Box beinhaltet:

  • ein Locher (das allerallerwichtigste Utensil)
  • Pinnadeln (das zweitallerwichtigste Utensil, es gibt ja immer etwas aufzuhängen)
  • Malerkrepp (nicht nur zum Aufhängen von Plakaten)
  • Klebenotizzettel
  • Notizzettel im Klassensatz (für Abstimmungen wie die Klassensprecherwahl)
  • eine Schere
  • ein Klebestift
  • Tesafilm
  • Jonglierbälle (für Klassenspiele oder einfach zum Kopfrechnen)
  • bunte Servietten (früher für die Geburtstagskerze, jetzt als Unterlage für Diverses)
  • Klebemagnete (halten aber nicht wirklich gut und werden wohl als nächstes rausfliegen)

Im Laufe des letzten Schuljahres haben ihren Weg in die Box gefunden, da sie offenbar niemandem gehörten:

  • fünf Buntstifte
  • ein Bleistift
  • zwei angekaute Radiergummis
  • ein Tintenkiller

Zu Kreidetafelzeiten hatte ich auch immer eine Schachtel Kreide im Pult. Die jetzigen Whiteboardmarker sind immer wieder aus dem Pult verschwunden, außerdem habe ich davon immer welche in der Tasche, daher lege ich keine mehr ins Pult.

Und bei euch so?

Noch 10 Tage

Jun 25, 2023

Es ist erdrückend warm, selbst um fast 22 Uhr immer noch 28°C.

Morgen beginnen die Zeugniskonferenzen. Die letzten anderthalb Wochen sind damit und mit weiteren schulischen Terminen täglich gefüllt. Es fühlt sich gerade alles an wie die Vorweihnachtszeit, nur ohne weihnachtliche Beschallung.

Und noch 10 Tage bis Ferienbeginn.

Noch zwei Wochen

Jun 20, 2023

Müde.

Dank Coronalüftungskonzept stehen in etlichen Klassenräumen noch Thermometer und zeigen lauschige Temperaturen an. In manchen Räumen hilft Durchzug, in anderen scheint morgens schon die Sonne direkt rein. In manchen hilft es, wenn die Jalousien am Ende des vorigen Schultages noch heruntergelassen wurden. Und dann gibt es Tage wie heute, an denen die Luft überall steht, schwülwarm, draußen wie drinnen. Eine Schülergruppe verkauft seit ein paar Tagen Eis und macht vermutlich das Geschäft ihres Lebens damit. Der Markt regelt: Inzwischen gibt es nicht nur Wassereis, sondern ein reichhaltiges Angebot an Eis am Stiel.

Klassenfest mit Grillen in einer Hütte, von Eltern organisiert. Idyllisch in einem kleinen Wald, mit Spielplatz und auch sonst viel Platz zum Spielen. Für zukünftige Wandertage vorgemerkt.

Und noch zwei Wochen bis zu den Ferien.