Jan 30, 2026
Etwas eigenartig fühlen sich die Januarwochen an. Während die einen Klassen dem Ende des Halbjahres entgegenfiebern, sind die anderen bereits voll im neuen Halbjahr drin. Schuld daran sind zum einen versetzte Halbjahreswechsel in der Sek. I und der Sek. II, zum anderen das Praktikum in Jahrgang 11.
Für die 12. und 13. Klassen endete diesmal das Semester vor den Weihnachtsferien. Das ist durchaus sinnvoll, wenn das 2. bzw. 4. Semester sonst deutlich kürzer ist. In meinem Grundkurs sind wir also schon Anfang Januar in eine neue Notenrunde gestartet.
Für alle anderen endete heute das 1. Halbjahr mit den dazugehörigen Zeugnissen. Hier war der Januar der Zeitraum, in dem es um Noten und letzte Verhandlungsbesserungsmöglichkeiten ging. Die 11. Klassen sind allerdings diese Woche ins Praktikum gestartet und haben daher letzte Woche schon ihre Zeugnisse erhalten. Für mich als Klassenlehrerin in einer 11. Klasse war daher das 1. Halbjahr irgendwie schon letzte Woche zu Ende. Entsprechend enthusiastisch bin ich auch in den Unterricht der jüngeren Klassen hineingegangen, als würden wir frisch ins neue Halbjahr starten. Was diese Klassen natürlich nicht so sahen.
Und so fühlte ich mich diese Woche, als sei ich auf mehreren Zeitschienen unterwegs: Mitten im neuen Halbjahr und gleichzeitig am Ende eines alten Halbjahres.
Jan 12, 2026
Nun also Glatteis. Wieder hat ganz Niedersachsen den Präsenzunterricht eingestellt. Dadurch verbringe ich heute viel Zeit am Schreibtisch:
- Aufgaben erstellen
- einen Blick ins Aufgabenfeedback werfen (als Vorbereitung auf den Unterricht morgen)
- letzte Nachschreibarbeiten korrigieren
- Noten
auswürfeln ausrechnen festlegen
- um fehlende Registrierungen und vergessene Passwörter für moin.schule (für den Zugriff auf Bettermarks) kümmern
- eine Anleitung für das Auslesen der Fehltage im digitalen Klassenbuch von IServ erstellen
- eine Übersicht für das Verhalten in Videokonferenzen mailen
- den Ablaufplan für den Umgang mit Abwesenheiten im digitalen Klassenbuch überarbeiten
- etliche E-Mails lesen und beantworten
Was noch nicht passiert ist:
- die Vorbereitung des Unterrichts morgen
Jan 10, 2026
Gestern war schneefrei gab es aufgrund von Schnee und stürmischen Böen keinen Präsenz-, sondern Distanzunterricht.
Wo ich gerade beim Wind bin, dazu hat Herr Buddenbohm auch etwas geschrieben, und zwar über die Formulierungen der Beaufort-Skala, die wiederum Herr Rau aufgreift, und weiter in die Windspoesie eintaucht.
Als ehemaliges Segler-Kind und Logbuch-Navigator-Wetterbericht-Verpflichtete (die UKW-Stimme verfolgt mich bis heute: "Oooostsüdooost vier bis fünnüf") sind mir die Beaufort-Skala-Formulierungen in ähnlicher Weise bekannt.
Nur der Gartenstuhl auf der deutschen Wikipedia-Seite war mir neu. Etwas irritierend. Daher lohnt sich eine Recherche nach einer Quelle.
Erste Anlaufstelle als Segler: Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (Herausgeber des jährlichen Tidenkalenders). Dort findet man durchaus interessante Fachartikel zur Beaufort-Skala, jedoch keine Beaufort-Skala selbst.
Zweiter Versuch: Der Deutsche Wetterdienst (DWD). Dort finden sich zwei Skalen, eine für die See und eine fürs Land. Schon etwas andere Formulierungen, aber auch kein Gartenstuhl.
Der dritte Versuch führt mich auf die englische Wikipediaseite zur Beaufort-Skala. Dort auch kein Gartenstuhl. Aber bei 6 Bft "telegraph wires". Etwas altmodisch, nicht? (Beim DWD findet man sie übrigens auch). Und "white horses" bei 3-5 Bft, was für ein schönes Bild!
Findet man die Gartenstühle auch im Zusammenhang mit der Beaufortskala irgendwo im Netz? Eine Googlesuche ergibt relativ viele Ergebnisse aus den letzten Jahren, eine Seite auch von 2009. Möglicherweise das Original? Der Inhalt, ein Post in einem Forum, scheint allerdings ein Zitat, vielleicht von Wikipedia, zu sein.
Also zurück zur deutschen Wikipediaseite: Seit wann gibt es die "Gartenstühle" im deutschen Wikipediaartikel? Die erste Version von 2002 noch nicht. In den Versionen findet man sie: Am 21.01.2007 um 02:48 Uhr wurden die Gartenstühle den Formulierungen hinzugefügt. Das war also vor dem Forumspost von 2009 und unterstützt die These, dass im Forum von Wikipedia zitiert wurde. Leider ist kein Autorenname angegeben, nur eine IP-Adresse. Und der Urheber dieser Formulierung hat außer bei der Beaufort-Skala nur in zwei Artikeln zu den Niederlanden und Utrecht mitgewirkt. Ich komme damit zu folgendem Schluss: Hübsch formuliert, aber nicht mit Quellen belegbar.
Warum hält sich eigentlich die Beaufort-Skala noch, obwohl moderne Messgeräte die Windgeschwindigkeit in km/h messen und anzeigen? Für Segler ist die grobe Einteilung ganz nützlich, um abzuschätzen, ob und mit welcher Takelage man den Hafen verlässt. Eine ca. 9m große Yacht lässt sich von 0-2 Bft fast nicht beeindrucken, 3-5 Bft sind ganz angenehm, 6-7 Bft werden schon ruppiger (auf der Elbe gegen die Strömung ist das übrigens richtig fies und man sieht ggf. sein Frühstück ein zweites Mal), und bei 8 Bft (und nicht seefesten Personen an Bord) sollte ein Hafentag eingelegt werden, mit ggf. weiteren Befestigungsmaßnahmen.
Zum Abschluss überlasse ich es den Lesern hier, zu überprüfen, ob die auf der deutschen Wikipediaseite angegebene Formel zum Umrechnen zwischen der Windgeschwindigkeit v [m/s] und der Beaufort-Stärke B [Bft] wirklich (annähernd) korrekt ist:
Jan 06, 2026
Wo ich gerade bei Linguistik bin: In meiner ersten Staatsexamensarbeit hatte ich mich mit negativen Kontexten befasst. Dabei war ich auf zwei Texte gestoßen, die ich hier zitiere.
1. §118 BGB (ist mir absolut unverständlich, wie man diesen Paragraphen nicht verstehen kann 😉 ):
Mangel der Ernstlichkeit
Eine nicht ernstlich gemeinte Willenserklärung, die in der Erwartung abgegeben wird, der Mangel der Ernstlichkeit werde nicht verkannt werden, ist nichtig.
Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__118.html
2. MIT-Witz
An MIT linguistics professor was lecturing his class the other day. „In English or German,“ he said, „a double negative forms a positive. This is double negation. However, in some languages, such as Russian or French, a double negative remains a negative. That is negative doubling. But there isn’t a single language, not one, in which a double positive can express a negative.“
A voice from the back of the room piped up, „Yeah, right.“
Quelle: Mit ein paar Hintergrundergänzungen, nach https://www.ling.upenn.edu/~beatrice/humor/double-positive.html
Zum Schluss noch etwas Positives:
Behauptung: voll = leer.
Beweis: Ein Glas, das halbvoll ist, ist auch halbleer, d.h. (1/2)*voll = (1/2)*leer. Multipliziert man beide Seiten der Gleichung mit 2, erhält man die Behauptung. q.e.d.
Quelle: Gehört im Lehrerzimmer
Jan 05, 2026
Zur Melodie des Ententanzes (Erinnerungen an den Frankreichaustausch 2012):
C’est la danse des canards
Qui en sortant de la mare
Se secouent le bas des reins
Et font coin-coin