Fremdsprachengedöns
Die erste Fremdsprache, mit der ich in Berührung kam, war nicht Englisch und auch nicht in der Schule. Es war das Platt meiner Oma. Wenn ich als kleines Kind zu Besuch im Alten Land war und ihre Freunde und älteren Verwandte zu Besuch waren, snackten sie Platt. Das war eben so. Und ich saß daneben, hörte zu, riet, worüber sie sich unterhielten. Ab und zu übersetzte jemand für mich etwas, damit ich über das Thema im Bilde war.
Und ich verstand einiges. Ich konnte auch Platt lesen, oft verstand ich den Inhalt oder ein Wort allerdings erst, wenn ich es mir laut vorlas. Die "Narichten op Platt" oder "Hör mal'n beten to" auf NDR 90,3 oder eine plattdeutsche Fernsehübertragung aus dem Ohnsorg-Theater verfolge ich auch gelegentlich.
Sprechen tue ich Platt allerdings nicht (abgesehen von einzelnen Wörtern und Phrasen).
Da kommt eine App zum Lernen des Plattdeutschen gerade sehr gelegen: "Platt mit Beo". Die App ist ähnlich wie Duolingo aufgebaut. Beo, ein Vogel, führt durch die App und bringt dem Benutzer die platte Sprache bei.
Falls man beruflich auf dem platten Land unterwegs ist, hilft einem diese Vokabelliste weiter.
Und falls man es gerne klassisch mag: Die barocke Oper "Der angenehme Betrug oder Der Carneval von Venedig" von Reinhard Keiser (die mit dem Hut, der drei Ecken hat - auch als Variation für Flöte von Briccialdi oder Génin), uraufgeführt in der alten Hamburger Oper am Gänsemarkt, enthält plattdeutsche Arien.