Das #oerkoeln13 von außen betrachtet

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Gerade läuft ein Barcamp zum Thema „Open Educational Resources“ in Köln. Da treffen sich medienaffine Leute aus verschiedenen Bereichen (obwohl ich gehört habe, es sollen sehr viele Lehrer darunter sein) und diskutieren darüber, wie man möglichst viele Lehrer davon überzeugen kann, Material zu produzieren und zu nutzen, das grob gesagt keinen Copyrightbestimmungen oder höchstens der Namensnennung unterliegt.

Nun bin ich ja nicht vor Ort, um mit den Leuten zu reden und genauer nachzuhaken, was hiermit oder damit gemeint ist. Dennoch lese ich interessiert mit. Und dabei fällt mir auf, dass die Produktion von OER gleichgesetzt wird mit der Nutzung von Podcasts, Wikis und Onlineplattformen wie Moodle.

Ich stelle mir nun ein ganz normales Kollegium vor. Die einen sind stärker netzaffin (so sagt man in Digitalistan), die anderen weniger. Der eine bastelt lieber mit Schere und Klebe, der andere Copy&Pastet mit Word. Allen ist gemein: Wenn was Neues erstellt werden soll, dann aber auch so, dass es den Schülern was bringt und dem Lehrer nicht auch noch zu viel Mehrarbeit aufbürdet, eine Klassenarbeit korrigiert bzw. ein Elterngespräch führt sich nicht so nebenbei.

Kollege A ist neu an der Schule und von seiner letzten Schule gewohnt, Ideen und Material, das ihm gut gefallen hat, an die Fachkollegen der eigenen Stufe weiterzugeben. Kollege B hatte bisher sein Material für sich behalten, denn es hat ihn ja noch keiner danach gefragt. Kollege A könnte nun ein Wiki einrichten und alle Kollegen darum bitten, ihr Material zu digitalisieren und es im Wiki für alle bereit zu stellen. Dann würde sich Kollege B dagegen wehren, denn (s.o.) was hätten die Schüler davon und was dauert es, sich in die Wiki-Sprache einzuarbeiten und alles einzuscannen?

Oder Kollege A legt das gelungene Arbeitsblatt in das Fach des Kollegen B. Kollege B sieht, wie toll das ist und kopiert bei der nächsten Gelegenheit ein Exemplar seines Rätsels für den Kollegen A gleich mit. In der nächsten Woche bekommt er dafür eine Kopie der Klassenarbeit des Kollegen A. Man kommt ins Gespräch. Kollege A führt ein Wiki, um die Übersicht über sein Material zu behalten. Das ist nicht schwer, schließlich hat er bereits viele Aufgaben digital vorliegen. Er hat auch das Arbeitsblatt des Kollegen B („Schau doch mal, ich hab nur hier und hier geklickt.“) eingefügt. Kollege B hat da noch eine Stationenarbeit, ob die nicht auch online gehen könnte? Klar, wenn Kollege A die als E-Mail bekäme, ginge das ganz schnell. Neugierig setzt sich nun Kollege C zu den beiden…

Auch wenn es hier digital geendet hat, so muss es das nicht immer. Was ich aber hiermit zeigen wollte, ist, dass es nicht darum geht, was Lehrer alles digital können müssen, um OER zu machen, sondern um mit geringem Aufwand den Kollegen anzubieten, ganz unverbindlich einen Blick auf OER zu werfen und es auszuprobieren. Ohne Fortbildung.

tdlr:
Bitte behandelt eure Kollegen nicht wie digitale Kleinkinder !

Kategorie: Diverses

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*