Archiv für den Monat: Oktober 2014

Das IWB – ganz normal

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Vor einigen Jahren (sind es wirklich schon 4? du liebe Güte!) hatte ich darüber geschrieben, wie problematisch mir an einigen Stellen der Umgang mit dem IWB fällt. Nun haben sich ein paar strukturelle Änderungen ergeben – und plötzlich fluppt es.

Damals stand das IWB hinten und die normale Tafel vorn. Nun sind beide Tafeln vorn angebracht, das IWB steht also im Vordergrund und Umsetzen ist nicht mehr nötig.

Damals musste erst der Schrank zum Laptop aufgeschlossen werden (der Schlüssel lag natürlich nicht daneben), heute kann ich Rechner, Beamer und IWB sofort starten.

Damals war das IWB wegen des Beamers an der Wand fixiert, heute ist der Beamer direkt am IWB befestigt und ich kann das IWB wie eine normale Tafel hoch- und runterschieben.

Alles in Allem nutze ich das IWB jetzt wirklich selbstverständlich. Aber auch nur als Tafelersatz. Ich bastle keine Tafelbilder, bei denen es fröhlich-bunt blinkt oder ein völlig neuer Unterricht mittels Schiebebildchen, Memoryspielen und Klassenquiz entsteht. Denn auch wenn es uns die IWB-Anbieter und Schulbuchverlage mit ihren Materialien gern als völlige Umgestaltung des Unterrrichts vermitteln wollen, ist das Gerät immer noch eine Präsentationstafel. Damit erzeuge ich kein neues Lernen. Ich kann Farben und Bilder nun gezielter einsetzen und habe alles an einem Platz. Ich kann das Tafelbild abspeichern und so, wie ich es mit meinen Schülern erarbeitet habe, mit nach Hause nehmen, dort überarbeiten und an die Schüler mailen. Ich kann es in der nächsten Stunde wieder herausholen und daran anknüpfen. Ich kann mehr zeigen. Aber lernen Schüler dadurch mehr?

Kategorie: Schule

Informatik im neuen Schuljahr

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Endlich. Ferien. Zeit für einen Rückblick auf die letzten Wochen.

Ich darf nun offiziell in Niedersachsen Informatik unterrichten, das Fortbildungszertifikat und alle Unterschriften zu den bestandenen Prüfungen wurden Ende Juni im Kultusministerium zu Hannover überreicht. Das KM ist natürlich abgesichert, da darf nicht jeder rein, nur die Eingeladenen und nur mit Vorlage des Personalausweises. Ansonsten war die Veranstaltung geprägt durch Reden unserer Dozentinnen und unseres Dozenten, des KM und der Uni Göttingen, anschließend gab es Kaffee und Tee. Unsere Ausbildung war schon etwas Besonderes, das darf auch gerne immer wieder betont werden, das unterstrich die Zeugnisübergabe auch.

Um die Anerkennung zum Master (Drittfach Informatik) muss sich nun jeder selbst kümmern, das soll aber mit den ganzen Unterschriften (jede Prüfungsleistung wurde von der Uni dahingehend überprüft, ob sie auch den universitären Maßstäben genügt) kein Problem sein. Ist nur wieder ein bisschen Verwaltungsaufwand.

An der Schule läuft es mit der Informatik richtig gut. Jetzt hat der zweite Durchgang in Klasse 5 mit der Pflicht-AG begonnen, ein halbes Jahr lernen sie die Grundlagen im Umgang mit dem Computer sowie Elemente der Informatik kennen. Unser schulinternes Curriculum orientiert sich dabei am KC: Aufbau des Computers, Grundlagen in Excel und Word, Bildbearbeitung, -codierung und Bilderrechte, Aufbau des Internets und Internetrecherche sind unsere Themen. Die Programmierung/Algorithmik haben wir ausgelassen, weil dafür keine Zeit mehr war. Zusammen mit der Teilnahme am Biber-Wettbewerb haben wir meiner Meinung nach einen guten Überblick über Informatik vermitteln können.

Die Schüler der 5. und 6. Klassen, die sich noch mehr für die Arbeit am PC interessieren, haben nun seit zwei Jahren die Möglichkeit, an der AG Spielprogrammierung mit Scratch teilzunehmen. In diesem Jahr hatten wir schon über 30(!) Anmeldungen, so dass eine zweite Gruppe eingerichtet wurde. Die erfahrenen 6.-Klässler helfen nun den 5.-Klässlern bei der Umsetzung ihrer Ideen und Handlungen, und ich bin jetzt schon gespannt, welchen neuen Spiele wir bei unserem Schnuppernachmittag (unser Tag der offenen Tür) den Viertklässlern und ihren Eltern zeigen können. Aber auch in der AG-Stunde findet sich immer wieder Zeit, die selbstprogrammierten Spiele der Mitschüler auszuprobieren, was die AG sicherlich auch so faszinierend macht.

Für die älteren Schüler wird es schon erheblich schwieriger, einen Termin für eine AG zu finden, vor der 9. Stunde geht da nichts mehr! In der Oberstufe brauche ich sogar vor der 10. Stunde nichts anzubieten. Mit der erhöhten Stundenzahl wächst ja die Menge der Tests und Klassenarbeiten. Da schwindet das Durchhaltevermögen in der AG im Laufe des Halbjahres, manche überlegen es sich wahrscheinlich schon vorher, ob sie ein halbes Jahr lang noch eine Stunde länger in der Schule bleiben wollen. Deshalb probiere ich nun ein geteiltes Halbjahr für die AGs ab Klasse 7 aus. Das bedeutet, dass zuerst eine sechswöchige Einführung in die Webseitenprogrammierung mit HTML und CSS läuft und ab Dezember eine Einführung in die Appletprogrammierung mit Java. Die AGs sind auf diese Weise im Stundenumfang überschaubar, und man kann so mehrere Themen kennenlernen. Im zweiten Halbjahr kann ich dann an diese AGs anknüpfen oder einen neuen Durchgang starten, je nach Interesse.

Auch mein Seminarfach hat jetzt im zweiten Durchgang einige Änderungen erfahren. Beim ersten Mal hatte ich noch Informatik als Thema nicht weiter eingeschränkt und bin dann auf Interessen des Kurses eingegangen. Das hat zu sehr unterschiedlichen Themen geführt, die manchmal nur oberflächlich angerissen werden konnten. Diesmal rücke ich das Internet von Anfang an („Das Internet – gestern, heute, morgen“)  in den Vordergrund, nicht zuletzt auch weil hier viel praktisch gearbeitet werden kann. Neben der Vermittlung der wissenschaftspropädeutischen Grundlagen für die Facharbeit wird es um den Aufbau des Internets, die Webseitenprogrammierung und die Sicherheit im Internet gehen, vielleicht auch ein wenig Datenbanken und SQL, aber das erst im dritten Semester. Das Programmieren mit Scratch werde ich wohl nicht wiederholen, stattdessen eher ein wenig JavaScript, wenn die ersten HTML-Kenntnisse vorhanden sind.

Doch neben den AGs und dem Seminarfach, die ich gerne anbiete, würde ich es aber sehr schätzen, wenn Informatik in Niedersachsen Pflichtfach werden würde. Das deutet sich hier gerade an, wahrscheinlich in Klasse 9 und 10 mit je einer Stunde. Das ist nicht viel, aber ein Anfang. Die Projekte, die die Schüler noch zusätzlich zu ihrem normalen Schulpensum durchführen, würden dann im normalen Stundenplan laufen. Und bestimmt werden sich mehr Schüler dafür entscheiden, Informatik als Naturwissenschaft in der Oberstufe zu wählen und auf diese Weise sich mit der sie umgebenden Informatik auseinanderzusetzen.

Auch dafür wird G9 hoffentlich gut sein.

Kategorie: Informatik, Schule