Archiv für den Monat: September 2013

Das #oerkoeln13 von außen betrachtet

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Gerade läuft ein Barcamp zum Thema „Open Educational Resources“ in Köln. Da treffen sich medienaffine Leute aus verschiedenen Bereichen (obwohl ich gehört habe, es sollen sehr viele Lehrer darunter sein) und diskutieren darüber, wie man möglichst viele Lehrer davon überzeugen kann, Material zu produzieren und zu nutzen, das grob gesagt keinen Copyrightbestimmungen oder höchstens der Namensnennung unterliegt.

Nun bin ich ja nicht vor Ort, um mit den Leuten zu reden und genauer nachzuhaken, was hiermit oder damit gemeint ist. Dennoch lese ich interessiert mit. Und dabei fällt mir auf, dass die Produktion von OER gleichgesetzt wird mit der Nutzung von Podcasts, Wikis und Onlineplattformen wie Moodle.

Ich stelle mir nun ein ganz normales Kollegium vor. Die einen sind stärker netzaffin (so sagt man in Digitalistan), die anderen weniger. Der eine bastelt lieber mit Schere und Klebe, der andere Copy&Pastet mit Word. Allen ist gemein: Wenn was Neues erstellt werden soll, dann aber auch so, dass es den Schülern was bringt und dem Lehrer nicht auch noch zu viel Mehrarbeit aufbürdet, eine Klassenarbeit korrigiert bzw. ein Elterngespräch führt sich nicht so nebenbei.

Kollege A ist neu an der Schule und von seiner letzten Schule gewohnt, Ideen und Material, das ihm gut gefallen hat, an die Fachkollegen der eigenen Stufe weiterzugeben. Kollege B hatte bisher sein Material für sich behalten, denn es hat ihn ja noch keiner danach gefragt. Kollege A könnte nun ein Wiki einrichten und alle Kollegen darum bitten, ihr Material zu digitalisieren und es im Wiki für alle bereit zu stellen. Dann würde sich Kollege B dagegen wehren, denn (s.o.) was hätten die Schüler davon und was dauert es, sich in die Wiki-Sprache einzuarbeiten und alles einzuscannen?

Oder Kollege A legt das gelungene Arbeitsblatt in das Fach des Kollegen B. Kollege B sieht, wie toll das ist und kopiert bei der nächsten Gelegenheit ein Exemplar seines Rätsels für den Kollegen A gleich mit. In der nächsten Woche bekommt er dafür eine Kopie der Klassenarbeit des Kollegen A. Man kommt ins Gespräch. Kollege A führt ein Wiki, um die Übersicht über sein Material zu behalten. Das ist nicht schwer, schließlich hat er bereits viele Aufgaben digital vorliegen. Er hat auch das Arbeitsblatt des Kollegen B („Schau doch mal, ich hab nur hier und hier geklickt.“) eingefügt. Kollege B hat da noch eine Stationenarbeit, ob die nicht auch online gehen könnte? Klar, wenn Kollege A die als E-Mail bekäme, ginge das ganz schnell. Neugierig setzt sich nun Kollege C zu den beiden…

Auch wenn es hier digital geendet hat, so muss es das nicht immer. Was ich aber hiermit zeigen wollte, ist, dass es nicht darum geht, was Lehrer alles digital können müssen, um OER zu machen, sondern um mit geringem Aufwand den Kollegen anzubieten, ganz unverbindlich einen Blick auf OER zu werfen und es auszuprobieren. Ohne Fortbildung.

tdlr:
Bitte behandelt eure Kollegen nicht wie digitale Kleinkinder !

Kategorie: Diverses

Knobelaufgabe

Veröffentlicht am von 1 Kommentar

Herr Huber und Herr Meier sind Malermeister. Herr Huber benötigt für das Streichen eines Raumes einen Tag, Herr Meier ist etwas langsamer und benötigt zwei Tage. Wenn sie zusammen arbeiten, braucht jeder von ihnen halb so lange, also arbeiten sie 0,5+1=1,5 Tage. Das wäre aber länger, als wenn der erste alleine gearbeitet hat.

Wo steckt der Fehler?

Kategorie: Mathematik

#edchatde von außen

Veröffentlicht am von 3 Kommentare

 

 

 

 

 

 

Kategorie: Computer, Diverses, Schule

Digitales Aufräumen

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Für meine Dateiverwaltung nutze ich SugarSync. Damit kann ich die meisten schulbezogenen (natürlich ohne die datenschutzrechtlich problematischen) Dateien auf meinem Hauptrechner und meinem Laptop benutzen, sie sind dort gleich angeordnet (ich bin kein Fan von Verschlagwortung, ich brauche Struktur) und ich kann auch mal vom Schulrechner drauf zugreifen.

Nun habe ich mich schon seit Längerem darüber gewundert, dass sich die Ordnergröße auf meinem Rechner von dem unterschied, was bei SugarSync synchronisiert wurde. Von den etwa 7GByte sollten über 50% benutzt sein, dabei kam ich mit allen synchronisierten Dateien gerade auf etwas über 1 GByte. Wofür wurde der Platz genutzt? Oder war das nur ein Rechenfehler des Dienstes?

Als ich heute wieder eine Datei gelöscht hatte, stieß ich auf einen Ordner namens „Gelöschte Objekte“, in den diese Datei verschoben sein sollte. Den Ordner konnte ich zwar nicht direkt öffnen. Aber über den Menüpunkt „Aktivitäten“ konnte ich dann meine gelöschte Datei wiederfinden und auf „Übergeordneten Ordner öffnen“ klicken – und da war er. Der Ordner, in dem ich alle meine irgendwann einmal gelöschten Dateien und Ordner wiederfand. Dort konnte ich dann über 1000 Dateien löschen, um schließlich bei 15% genutztem Speicherplatz landen, den ich erwartet hatte.

Warum es wohl bei SugarSync keinen eigenen Menüpunkt „Gelöschte Objekte“ gibt?

Kategorie: Computer

Sprintstudium Modul 7 – 3. Tag

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Am letzten Tag ging es um fehlererkennende und -korrigierende Codes, speziell die Hamming- und die Reed-Solomon-Codes. Letztere bieten auch einen praktischen Hintergrund für den Nutzen von linearen Gleichungssystemen, die in der 11. Klasse in Mathe Thema sind. Und wenn man dann noch Polynomdivision üben will, ist so ein Reed-Solomon-Code perfekt. Leider ist der theoretische Hintergrund dazu nicht so einfach, also könnte man den Schülern nur den Algorithmus ohne Herleitung und die Verwendungsmöglichkeiten geben.

Danach wurden Unterrichtseinheiten zum QR-Code und zum Barcodescanner vorgestellt und eigene Unterrichtsstunden entworfen.

Das Beste kommt aber wie immer am Schluss: Bücher kaufen!

Kategorie: Computer, Informatik | Tags:

Sprintstudium Modul 7 – 2. Tag

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Eines der besten Themen der Informatik ist Kryptographie. Weil es Spaß macht, zu rätseln. Weil es reizt, eine verborgene Nachricht zu knacken. Weil es um das Lüften von Geheimnissen geht. Weil es auch eine ganze Klasse über eine Stunde verbissen arbeiten lässt. Weil man dafür niemals zu jung oder zu alt ist.
Der heutige Tag war also eine Reise durch die Geschichte der Geheimniskrämerei und der Codeknacker. Cäsar, Vigenère, RSA, DES, um wichtige Stationen zu nennen. Einiges davon auch ganz gut zu programmieren.
Eine sehr gute Lektüre bekam ich dazu von den Kollegen meiner Ausbildungsschule geschenkt: „Geheime Botschaften“ von Simon Singh (bekannt durch Fermats letztem Satz). Dieses Buch war auch einer der Gründe, Informatik als ein weiteres Fach zu wählen, in Mathe kommt Kryptographie leider kaum noch vor.

Kategorie: Computer, Informatik | Tags:

Sprintstudium Modul 7 – 1. Tag

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Es sind lauschige 25 Grad im Schatten und ich sitze von morgens bis abends vorm Rechner. Was habe ich falsch gemacht, als ich mich beworben habe?!?
Drinnen ist die Stimmung super. Wir genießen die Zeichentrickfilme der Schüler, puzzeln mit PovRay und komprimieren Bilder nach gif- und jpeg-Art.
Nebenbei erfahren wir, dass unser Sprintstudium auch offiziell von der Uni Göttingen anerkannt wird. Wir erhalten abschließend die Lehrbefähigung bis einschließlich Abitur. Sollten wir uns auch kurz an der Uni Göttingen einschreiben, so soll es auch den Master of Education im Drittfach Informatik geben.
Essen wartet.

Kategorie: Computer, Informatik | Tags:

Neues Jahr mit neuen Kursen

Veröffentlicht am von 3 Kommentare

Das neue Schuljahr ist gerade mal vier Wochen alt, da platzt mein Arbeitszimmer schon wieder aus allen Nähten. Dabei hatte ich gerade noch Bücher ausgemistet (Harry Potter werde ich bestimmt nicht wieder lesen und die Pädagogikbücher aus dem Studium und Referendariat können unsere Referendare sicherlich besser gebrauchen) und alle Papierbögen sauber abgeheftet. Und schon stapelt sich alles doppelt so hoch.

Mit meinen Klassen habe ich dieses Jahr wieder richtig Glück. Zum ersten Mal bin ich Klassenlehrerin einer 5. Klasse. Das ist schon ein Riesenunterschied zu einer 7. oder 9. Klasse, die den Schulablauf schon kennen und sich deutlich selbstständiger um viele Dinge kümmern können. Andererseits sind die Kleinen noch so offen und fragen und erzählen und lachen und ärgern sich, dass ich mich jeden Tag aufs Neue freue, in diese Klasse zu gehen.

Auch zum ersten Mal unterrichte ich einen Leistungskurs in Mathe. Endlich darf ich alles machen, was ich im Studium gelernt – ach halt, da war ja noch das Curriculum. Jetzt am Anfang merke ich den Unterschied zum Grundkurs darin, dass die Teilnehmenden ihre Wahl damit begründen, weil sie Spaß an Mathe haben und die Note bisher gut war, statt auf die Belegungspflicht und die sonst nicht mögliche Fächerkombination in der Abiturprüfung hinzuweisen. Die LK-Aufgaben fordern auch mich heraus, weil es hier nicht nur um das Abarbeiten von Rechenwegen geht, sondern vor allem um das Analysieren und Verknüpfen, das Weiterdenken eben.

Informatik findet nun auch immer mehr ihren Weg in den Stundenplan meiner Schule. Neben meiner AG zur Spielprogrammierung mit Scratch („Bevor ihr spielen könnt, müsst ihr erst das Spiel produzieren!“) für die 5. und 6. Klassen läuft nun auch eine AG zur Webseitenprogrammierung für die älteren Schülerinnen und Schüler. Und ganz neu ist eine verpflichtende AG in Informatik für alle 5. Klassen, die ein Halbjahr läuft und in der neben den Office-Programmen (irgendwas soll ja auch produziert werden) auch der Aufbau des Computers und der Umgang mit den eigenen Daten Thema ist. Es soll am Ende niemand behaupten, er wisse nicht über seine Datenrechte Bescheid!

Allerdings habe ich nach den ersten Stunden gemerkt, dass es bis dahin noch ein langer Weg ist. Die Theorie ist leicht. Die Bestandteile eines Computers sind ziemlich gut bekannt. Aber sobald es um das Erstellen eines Ordners oder das Öffnen einer bestimmten Datei von einem bestimmten Speicherort geht, ist bei vielen schon die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. Dabei geht es hier doch nur darum, zu wissen, welche Dateien woauf der Festplatte oder dem USB-Stick gespeichert sind – und das bedeutet, ein klitzekleines bisschen Macht über den Rechner zu haben. Ich versuche schon, die Anleitungen so kleinschrittig wie möglich zu machen, aber gegenüber „Ich hab den Text nicht gelesen, ich weiß nicht weiter, ich kann das nicht, was muss ich hier tun?“ von der Hälfte der Schüler gleichzeitig (neben nicht erwartungsgemäß funktionierenden Computern) verzweifle auch ich innerlich. Da hilft nur, regelmäßig darauf hinzuweisen, dass auch andere Schüler helfen können (und auch müssen – bei mir gilt die 3-Schüler-Regel: bevor ich gefragt werden darf, müssen drei Schüler gefragt worden sein), Geduuuuld beim Erklären des Speicherns und die Hoffnung, dass die Schüler diese grundlegenden Abläufe des Öffnens und Speicherns so schnell lernen, dass die nächsten Stunden diesbezüglich flüssiger ablaufen und ich mich wieder um die wirklich großen Probleme kümmern kann. Jedem, der Lehrer werden will (oder meint, es besser zu können) empfehle ich, im Computerraum einer Klasse aus 30 Schülern zu erklären, wie man eine Excel-Datei mit einem Stundenplan füllt und diesen in einem bestimmten Ordner speichert. 🙂

Alles in allem freue ich mich auf dieses sehr lange Schuljahr mit meinen Klassen.

Kategorie: Schule