Archiv für den Monat: August 2012

Früchte

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Die Tomate hat die letzten Hitzewellen gut überstanden und blüht kräftig. Überrascht habe ich nun festgestellt, dass sie sogar Früchte trägt – nach einer ersten Zählung insgesamt 9!

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Und auch die Melone hat schon eine Frucht:

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Blogparade: Reflektierende Praktiker

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Herr Larbig twitterte neulich:

Daraus wurde ein Aufruf zur Blogparade, das heißt, wer möchte, verfasst eine Antwort in seinem eigenen Blog als Artikel und verlinkt dann auf den Aufruf. Über die Pingbacks in den Kommentaren zum Aufruf gelangt man jetzt, schon nach einer Woche, zu vielen tollen Antworten.

Nun will ich auch eine Antwort versuchen.

Das „Praxisjournal“: Ich habe das im Studium, im Referendariat und in meiner festen Anstellung immer wieder probiert, aber nie durchgehalten. Mein Problem war, dass es entweder so viel zu schreiben gab und ich vom Hundertsten ins Tausendste gelangte und immer noch kein Stück weiter war, oder dass sich Situationen wiederholten und für mich uninteressant zum Aufschreiben waren. Nach spätestens einer Woche hatte ich dann keine Lust mehr, ähnlich detailliert zu schreiben oder über einer leeren Seite zu hocken.

Gespräche: Das wichtigste Mittel für Reflexionen für mich ist Reden, Reden, Reden. Von Schülern hole ich mir oft statt eines durchstrukturierten Feedbacks im Fragebogen eine schnelle mündliche Rückmeldung zur letzten Einheit oder Klassenarbeit („Was war gut, was kann noch verbessert werden? Vorbereitung, Aufgabenstellung, Zeit,…). Mit Kollegen rede ich über Elterngespräche und Gespräche mit Schülern. Manche Unsicherheit, die ich noch während der Eltern-/Schülergespräche hatte, verschwand, weil die Kollegen ähnlich gehandelt hätten oder weil ich eine Alternative von ihnen erfuhr.

Notizen: Während einer Klassenarbeit mache ich mir sofort eine Notiz in meinem Exemplar, wenn ein Schüler eine Verständnisfrage stellt. Zu Hause überarbeite ich dann die digitale Version der Klassenarbeit, so dass ich immer die verbesserte Version vorliegen habe und beim nächsten Mal benutzen kann. In meinen Stundenzetteln notiere ich mir gelegentlich (noch nicht ganz so regelmäßig, wie ich es mir wünsche), ob eine Phase gut lief, ob sie zu lang war oder ob die Ergebnisse in eine ganz andere Richtung gingen, als ich erwartet hatte. Was ich dann (noch) nicht mache, ist, den Stundenzettel zeitnah zu ändern. Da ich erst alle paar Wochen (meistens in den Ferien) diese Zettel abhefte, kann ich aber nochmal einen Blick auf die vergangenen Stunden werfen und diese Revue passieren lassen. In diesem Jahr habe ich zwei Jahrgänge zum zweiten Mal unterrichtet, da sichte ich meine Unterlagen über den letzten Durchgang und überarbeite es im laufenden Schuljahr. Und wenn ich dann in den Ferien mein Material wieder abhefte, fliegt das raus, was schlechter gelaufen ist. Zu den Elterngesprächen notiere ich mir immer den Inhalt und die Ergebnisse sowie das ein oder andere Stichwort, worauf ich das nächste Mal achten muss.

Mein Blog: Hier schreibe ich über Stunden, die gut gelaufen sind oder die Probleme aufgeworfen haben. Hier bin ich gezwungen, aus einer kurzen Randnotiz „gut!“ oder „zu lang“ einen zusammenhängenden Text, möglichst noch mit Erklärungen und Alternativen, zu verfassen. Das ist aufwändig wie im „Praxisjournal“, aber nicht so regelmäßig. Trotzdem sind die Beiträge längst nicht so ausführlich, strukturiert und sauber formuliert wie es eine echte Reflexion sein müsste.

Am Ende hole ich mir dann ein Feedback über das gesamte Schuljahr in Form eines Lehrerzeugnisses von den Schülern ein. Die Auswertung bewahre ich ein bis zwei Jahre. Die Klassen unterrichte ich meistens zwei Jahre lang und da finde ich es spannend, zu erfahren, ob sich während dieser zwei Jahre etwas geändert hat. Bei neuen Klassen schaue ich, ob sich im Vergleich zur vorigen Klasse etwas geändert hat. Das ist immer mit Vorsicht zu genießen, schließlich ist manches Feedback alters- und klassenabhängig. Trotzdem überlege ich dann, inwiefern ich mich dieser Klasse gegenüber anders verhalten habe und ob ich das ändern möchte.

Und dann sind da die vielen kleinen Gedanken zwischendurch. Wenn ich aus der einen Stunde mit „yeah, tolle Stunde“ voll motiviert gehe und aus der anderen mit „verdammt, die letzte Aufgabe war Mist, die hätte ich weglassen sollen“ in Richtung Lehrerzimmer stapfe. Wenn mir bei der Vorbereitung noch einfällt, dass die letzte Stunde mitten in eine offenen Frage endete und mich geärgert hatte, diese aber als passenden Einstieg verwenden kann. Wenn ich abends auf der Couch liege und denke, dass heute alles doof war. Oder wenn ich in den Sommerferien die Unterlagen abhefte und zufrieden feststelle, den Lehrplan vollständig erfüllt zu haben und hoffe, dass meine Schüler im nächsten Schuljahr wenigstens ein paar Infos behalten haben werden. Das meiste habe ich wieder vergessen, sobald ich am Computer sitze, aus dem Rest wird manchmal ein Tweet, ab und zu auch ein Blogartikel. Für den Moment aber hilft es mir. Und vielleicht erinnere ich mich später wieder daran.

Das ist im Moment alles, was mir spontan dazu einfällt. Noch dazu unstrukturiert und längst nicht eloquent formuliert. Und ganz bestimmt fällt mir bald noch mehr dazu ein. Kurz: Ein Artikel im Beta-Modus.

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Papierblogs – Die Auswertung

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Mit gemischten Gefühlen habe ich vor den Sommerferien das Papierblogprojekt beendet. In den letzten Stunden sind ein paar wundervolle Blogs entstanden, die auch kommentiert wurden.

Hier ein paar Eindrücke von den Blogs:

 

Dennoch gibt es ein paar Probleme, die ich beim nächsten Mal verhindern möchte.

1. Die Zeit

Das Papierblogprojekt entstand in den letzten Stunden vor den Sommerferien, sozusagen als sinnvolle Überbrückung. Dadurch wurde es am Schluss ziemlich eng, was zu Lasten der Korrektur der Blogs ging. Einzelne Kommentare sind nicht mehr so verfasst und wieder kommentiert worden, wie ich es mir gewünscht hatte.

2. Fehlende Offenheit

Ich hatte gehofft, dass auch von außen, also von außerhalb unseres Kurses kommentiert wird. Aber ich denke, dass dies nur durch ausdrückliche Aufforderung geschehen kann. Hier könnte ich mir eine Zusammenarbeit mit anderen Französischkursen vorstellen, indem jeder Kurs seine Blogs verfasst und dann gegenseitig gelesen und kommentiert wird. Da die Kurse einer Klassenstufe bei uns parallel liegen, würde ein Raumwechsel kein Problem sein.

3. Zerstörung

Leider fand während des Projekts der Abistreich statt. Dabei wurde durch ein paar Wasserspritzer ein Blog zerstört. Ein weiteres fiel nach Aussagen der Schüler von der Wand und landete im Müll. Ich war schockiert, dass offensichtlich Mitschüler und Abiturienten keine Rücksicht auf Schülerwerke nehmen. Sehr ärgerlich, weil ich es nicht verhindern konnte.

Beim nächsten Mal könnte ich die Blogs nach jeder Stunde einsammeln. Dann würde ich aber das Kommentieren außerhalb der Stunde unterbinden. Außerdem ist es ja nicht Sinn der Blogs, dass sie nur in den Französischstunden einsehbar und verfügbar sind. Denn ein Vorteil der ausgehängten Blogs war, dass als Hausaufgabe verfasste Artikel jederzeit ergänzt werden konnten.

Ich könnte mir diese Papierblogs auch gut im Rahmen einer simulation globale (eine Art Rollenspiel, bei die Schüler in ihren selbstgewählten Rollen vom Lehrer vorgegebene Situationen und Probleme bewältigen müssen, auf französisch natürlich) vorstellen, wo statt der Tagebücher Blogartikel geschrieben werden, oder als Ergänzung dazu, weil man ja nicht alles öffentlich stellen möchte.

Kategorie: Französisch | Tags:

Angekommen

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Der Umzug ist vollbracht. Dieser Blog läuft nun unter eigener Domain. Wenngleich die Installation von WordPress länger als die angekündigten 5 Minuten gedauert hat, was aber nicht nur das Problem von WordPress selbst war, sondern unter anderem mit Zugriffsrechten.

Etwas ungewohnt ist es noch, einzelne Annehmlichkeiten, die beim gehosteten Blog schon vorhanden waren, nun erst selbst installieren zu müssen. Trotzdem macht es Spaß, sich durch die Plugin-Liste durchzuprobieren und den Blog nach meinen Wünschen zu gestalten. Um aber überhaupt einen Anfang in dieser langen Liste zu finden, habe ich sehr schnell sehr viele Hinweise via twitter (danke, @herrlarbig @Hokeys @ralfa @gibro !!!) bekommen.

Das komplizierteste Plugin war piwik, ein Statistik-Tool, das man so einstellen kann, dass es datenschutzkonform die Besucher auf dem Blog zählt. Aber auch nur, weil man so viel selbst einstellen kann und muss, damit es überhaupt die Besucher zählt (nach 24 Stunden immer noch kein Besucher auf diesem Blog konnte ich mir irgendwie nicht vorstellen).
Während piwik und andere Plugins wie Antispam Bee und WordPress Importer nur für mich als Admin wirklich eine Rolle spielen, bringen „Besserer verwandter Inhalt“ und „SI CAPTCHA Anti-Spam“ für die Leser meines Blogs sichtbare Veränderungen, die in dem alten Blog so nicht möglich waren. Durch das erste Plugin werden am Ende eines Artikels bis zu fünf thematisch verwandte Artikel vorgeschlagen, so geraten die alten Artikel nicht so schnell in Vergessenheit. Das zweite Plugin mag das Kommentieren komplizierter machen, da nun ein zusätzliches Captcha eingegeben werden muss, das hilft mir aber, vor eventuellen Spam-Attacken geschützter zu sein (sicher ist man dadurch nicht).

Aber das beste war die Suche nach dem passenden Layout für dieses Blog. Nicht zu dunkel sollte es sein, aber auch nicht zu bunt. Und es sollten eigene Bilder unter dem Blognamen eingefügt werden können und zufällig wechseln. Die Bilder zeigen im Moment ein paar Aufnahmen aus Strasbourg, Paris, Versailles, St. Malo und dem Mathematikum in Gießen.

P.S.: Tut mir leid für das mehrfache Veröffentlichen dieses Artikels. Ich habe mehr als nur einen Versuch benötigt, das Plugin und den dazugehörigen Dienst YOURLS zum Laufen zu bringen. Im Moment läuft der Dienst über bit.ly. Ich möchte aber gerne bald den Link-Verkürzer, der automatisch auch Links zum Artikel twittert, über den eigenen Server laufen lassen, dafür ist der Domainname ja kurz genug.

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Lebenszeit

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In anderen Bundesländern kann man sie nach zwei Jahren Probezeit erhalten, in manchen verkürzt durch gute Noten sogar schon nach einem Jahr. In Niedersachsen gibt es sie einheitlich für alle Lehrer nach genau drei Jahren. Die Verbeamtung auf Lebenszeit.

Der Weg dorthin, also nach Studium und Referendariat, beinhaltet in Niedersachsen einen Unterrichtsbesuch und eine Beurteilung nach eineinhalb Jahren sowie zwei Unterrichtsbesuche, wobei jedes Fach und Sek. I/II abgedeckt sein sollen, und eine weitere Beurteilung am Ende der Probezeit. Seit neuem (April 2012) ist die Beurteilung kein frei vom Schulleiter verfasster Text, sondern ein Ankreuzbogen mit ein paar freien Sätzen zu den Unterrichtsbesuchen. Beurteilt werden sollen natürlich nicht nur die besuchten Stunden, sondern in erster Linie das gesamte Verhalten des Kandidaten während der Probezeit. Sollte es dabei Probleme geben (z.B. zeigt nur Filme im Unterricht, kommt immer zu spät, verweigert Elterngespräche, klaut das Besteck aus dem Lehrerzimmer, schlägt Schüler), kann die Probezeit auf maximal 5 Jahre verlängert werden. Wenn dann immer noch gravierende Probleme auftreten, dann ist Ende mit der Beamtenlaufbahn und dem öffentlichen Schuldienst.

Hat man aber erstmal lebenslänglich, dann bedeutet es nicht unbedingt, dass man bis zum eigenen Lebensende ausgesorgt hat. Es könnte ja auch der bestehende Staat zusammenbrechen, dann wärs das mit dem bestehenden Beamtentum (das ist zwar unwahrscheinlich, aber die letzte Staatsform ist auch erst vor 67 Jahren zusammengebrochen). Insofern ist „Lebenszeit“ zweideutig.

Übrigens gibt es mehrere Arten, die Dienstjahre zu zählen.

1. die Dienstaltersstufen: Sie zählen ab dem 21. Lebensjahr, nach ihnen richtet sich die Besoldung. Alle 2 bis 4 Jahre erreicht man eine neue Stufe, das ist wie eine Gehaltserhöhung. Sollte man allerdings z.B. mehr als drei Jahre im Erziehungsurlaub sein, wird die Stufenzählung für diese Zeit ausgesetzt;

2. die Jubiläumsdienstzeit: Sie zählt ab dem Tag, an dem man im öffentlichen Dienst tätig war. Ausbildung und Wehrdienst zählen nicht dazu, Referendariat schon. Beim 25., 40. und 50. Dienstjubiläum erhalten niedersächsische Beamte eine Dank- und Glückwunschurkunde sowie ggf. einen freien Tag;

3. ruhegehaltfähige Dienstzeiten: Sie besteht aus dem zeiten im Beamtenverhältnis. Diese werden bei Teilzeitbeschäftigung entsprechen reduziert. Dafür werden Referendariat und sogar das Studium darin eingerechnet.

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Im nächsten Schuljahr werde ich leider kein Französisch unterrichten. Stattdessen bekomme ich ein Seminarfach im Bereich Informatik und eine AG. Die Neugestaltung der Seminarfächer (die Schüler können das Seminarfach nicht wählen, sondern erhalten das Seminarfach, das in ihren Stundenplan passt) erfordert, dass ich mich thematisch breiter ausrichten muss, da ich nicht davon ausgehen kann, dass Interesse an Informatik und an Technik von vornherein bei allen Teilnehmern vorhanden ist. Daher läuft das Seminarfach bei mir unter dem Arbeitstitel „Irgendwas mit Computern“ und wird dann hoffentlich mit der ersten Sitzung richtig Gestalt annehmen. Mir schwebt (natürlich nicht ganz uneigennützig) vor, das Programmieren mit Scratch zu zeigen und dann an ausgewählten Beispielen zu zeigen, was Informatik ist, um dann einen Projekttag oder eine Ausstellung zum Thema „Da steckt Informatik drin“ zu erarbeiten.

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Aufgrund eines ziemlich blöden Sportunfalls kurz vor den Ferien ist mein rechter kleiner Finger gebrochen und liegt in Gips. Seitdem erfreue ich mich an der Förderung der Beweglichkeit meiner linken Hand. Schreiben mit der rechten Hand ist nur in Tafelschrift (groß, mit 10 cm Entfernung vom Blatt) möglich, das Tippen mit der linken Hand bin ich eh schon gewohnt, fällt mir also nicht so schwer. Der kleine Finger fehlt mir nicht so sehr in der Bewegung, nur die Schiene ragt so stark hervor, dass ich mit der rechten Hand so wenig machen kann. Und ich habe ja auch nur 10-12 Seiten für meine nächste Modularbeit (ein Unterrichtsentwurf) zu tippen. Ich hoffe, dass der Gips runter ist, wenn ich mit der Vorbereitung für das neue Schuljahr starte. Klar kann ich vieles digital lösen, aber manche Idee plane ich handschriftlich einfach schneller.