Archiv für den Monat: Mai 2012

Les fleurs du Plantarium

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Vor einigen Wochen habe ich mir zwei Plantarien bestellt. Das sind kleine Gewächshäuser, in denen die Samen nicht mit Erde, sondern mit Gel aufgezogen werden. Alles hat bisher super funktioniert, alle Samenarten sind gekeimt, einige konnte ich bereits umtopfen. Dumm nur, wenn man vergessen hat, sich die Namen der Pflanzen zu merken. Nun geht also die Pflanzenbestimmung los. Die Melone macht es mir leicht, ihre Größe und Blüten sind unverkennbar.

Auch Basilikum konnte ich leicht erkennen und riechen.

Die dritte Pflanze konnte ich bisher nicht bestimmen wurden als Tomaten identifiziert.

P.S.: Wollte die Bildergröße verändern und hab dabei aus Versehen gleich den ganzen Post gelöscht. Hmpf!

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Aufgabenfelder in der Schule

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Während meines letzten Moduls zur Informatikdidaktik wurden wir auf eine ungleiche Verteilung der Aufgabenfelder zugunsten der Sprachen und Künste und zu Lasten der Naturwissenschaften (insbesondere Informatik) hingewiesen. Dies wollte ich nun nachprüfen.

 

Alle Unterrichtsfächer (außer Sport) sind einem Aufgabenfeld zugeordnet, jedes Aufgabenfeld muss in den Abiturprüfungen abgedeckt sein:

Aufgabenfeld A: sprachlich-künstlerischer Bereich

Deutsch, Fremdsprachen, Kunst, Musik, Darstellendes Spiel

Aufgabenfeld B: gesellschaftswissenschaftlicher Bereich

Geschichte, Erdkunde, Politik-Wirtschaft, Religion/Werte und Normen (in anderen Bundesländern Ethik, Philosophie, …)

Aufgabenfeld C: mathematisch-naturwissenschaftlicher Bereich

Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik

 

Und so sieht die prozentuale Verteilung der Stunden auf die Aufgabenfelder in Niedersachsen nach Stundentafel 2 (d.h. ohne Wahlpflichtfächer) aus (Sport fehlt hier):

Man erkennt, dass das Aufgabenfeld A teilweise über 50% der Stunden beinhaltet, während die Aufgabenfelder B und C mit deutlich weniger Stunden auskommen müssen. Hinzu kommt, dass das Aufgabenfeld A aus immerhin 3 Lang- und damit Hauptfächern (Deutsch und zwei Fremdsprachen zu je ca. 4 Stunden) und zwei Kurzfächern zu je 2 Stunden besteht, während das Aufgabenfeld C aus einem Lang-/Hauptfach (Mathe) und bis zu drei Kurzfächern besteht. Das wird nur noch übertroffen vom Aufgabenfeld B, das kein Lang- und damit auch kein Hauptfach beinhaltet, dafür allerdings aus bis zu vier Kurzfächern besteht.

Wäre es da nicht sinnvoller, ein über zwei Jahre laufendes Kurzfach zu einem einjährigen Langfach und damit auch zu einem Hauptfach zu erheben? Dadurch könnten die anderen Aufgabenfelder gestärkt werden und die vielen Fächer für die Schüler reduziert werden sowie die zu unterrichtende Klassenzahl für einen Kurzfachlehrer gesenkt werden.

Generell sollte diese Verteilung der Aufgabenfelder nicht mehr zur Verwunderung führen, dass die Abbrecherquote in den Ingenieurswissenschaften so hoch ist, wenn der Anteil der Naturwissenschaften an den Schulen so gering ist und in Kurzzeitfächern stattfindet.

Frankreich und die Schule

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Spiegel Online titelte heute: „Sozialisten in Frankreich planen 5-Tage-Woche für Schüler – Minister will Schülern freien Tag schenken“. Der spendable Politiker heißt Vincent Peillon, ist selbst Lehrer und wurde diese Woche von François Hollande zum französischen Bildungsminister ernannt.

Eine 5-Tage-Woche klingt zunächst typisch deutsch, ist sie aber nicht. Zur französischen Schulwoche gehört nämlich überlicherweise der Samstag dazu. Der normale Schultag eines Achtklässlers besteht aus vier langen Tagen mit Unterricht von 8 bis 17 Uhr, das entspricht 7 Unterrichtsstunden à 55 Minuten, und einem kurzen Tag, üblicherweise Mittwoch oder Samstag, mit Unterricht von 8 bis 12 Uhr, das entspricht 4 Stunden Unterricht. Darin enthalten sind allerdings auch mehrere Stunden sog. permanence, d.h. freies Arbeiten unter Aufsicht eines pion (das ist meist ein Student, der sich so ein paar Euros verdient, also nicht unbedingt eine pädagogische Fachkraft).

Aber auch an den Grundschulen, den écoles primaires, ist Nachmittagsunterricht in Frankreich nicht ungewöhnlich. Seit hier die 4-Tage-Woche gilt (seit 2008), haben französische Grundschüler montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8.30 bis 16.30 Uhr Unterricht, mit zwei Stunden Mittagspause. Davor hatten sie jeden Samstag einen halben Tag Unterricht. An dem Nachmittagsunterricht setzt Peillon an. Denn lernpsychologisch ist ein geballter Unterricht nicht gut, gleichmäßig über die Woche verteilter Unterricht wäre besser. Daher setzt er sich für die 5-Tage-Woche ein. Doch er will es den Schulen überlassen, ob dafür der Mittwoch oder der Samstag Vormittag genutzt wird. Überzeugend soll auch das Argument sein, dass französische Schüler nur an 144 Tagen im Jahr Unterricht haben, alle anderen Länder mindestens 40 Tage mehr.

Nun ja, das zweite Argument folgt aus dem ersten: bei 144 Unterrichtstagen im Jahr haben die Schüler 144:4=36 Wochen Unterricht. Ein deutscher Schüler kommt bei 6 Wochen Sommer-, je 2 Wochen Frühjahrs-, Herbst- und Weihnachtsferien und diversen Feiertagen auf etwa 13 Wochen Ferien und damit auf 39 Wochen Unterrichtswochen. Damit ist kein allzu großer Unterschied erkennbar. Achja, Pieillon möchte zusätzlich noch zwei Wochen Sommerferien streichen, dadurch hätte ein französischer Schüler 38 Wochen Unterricht. Folglich hat ein französischer Schüler gleich viel Unterricht, nur an weniger Tagen.

Doch viele Eltern sind mit der 5-Tage-Woche nicht einverstanden. In den letzten Jahren konnten sie die Wochenenden ungestört mit ihren Kindern verbringen. Der Mittwoch konnte für Hobbys genutzt werden. Auch Scheidungskinder profitierten von dem freien Tag, da sie dafür das Wochenende für das andere Elternteil zur Verfügung hatten. Und wenn die Grundschüler etwas früher Schluss haben, wer betreut sie dann, bis die Eltern von der Arbeit zurückkommen?

Von der anderen Seite betrachtet, welcher deutsche Grundschüler könnte sich vorstellen, jeden Tag bis 16.30 Uhr in der Schule zu bleiben, um danach noch Hausaufgaben zu machen, nur um einen freien Tag in der Woche zu haben? Und würden deutsche Lehrer dann den Mittwoch als Fortbildungs- und Konferenztag nutzen?