Archiv für den Monat: Oktober 2011

Ohoo, ein iPod!

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Bei der ersten Klassenarbeit habe ich mit Bleistift die mündliche Note dazugschrieben. Es gibt Rückfragen. Ich hole also meinen iPod heraus und öffne die App „TeacherTool“. „Cool, Frau G., Sie haben ja ein iPod! Und was ist das für ne App? Wie teuer ist die?“ Ich beantworte kurz die Fragen. Eigentlich will ich für mich den iPod als nützliches, alltägliches Werkzeug verwenden. Und so will ich es den Schülern auch zeigen.
Kurze Zeit später benötigt eine Gruppe für ihre Aufgaben einen Timer. Eine Uhr mit Sekundenanzeige hat keiner. Also gebe ich einem der Schüler meinen iPod, zeige auf die App, die den Timer darstellt, und lasse ihn damit allein zurechtkommen. Ein paar Minuten später bekomme ich den iPod, wie ich es erwartet habe, wieder zurück. Der iPod war nützlich, ein ganz normales Werkzeug. Nicht mehr und nicht weniger.

Kategorie: iPod, Schule

Wozu braucht man das?

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Wo sich der Halbtagsblog und Hokey damit beschäftigen, greife ich die Frage jetzt auch mal auf.
Ich schreibe hier nicht über den leichten Anflug von Panik, der mich erwischt, wenn ich an der Reihe bin, das Protokoll zur Lehrerkonferenz zu verfassen, weil wir im Deutschunterricht nur Aufsätze schreiben mussten.

Viel lieber schreibe ich darüber, wie die Mathematik meine Faulheit in manchen Dingen unterstützt.

Kopfrechnen zuum Beispiel. Damt kann man 7.-Klässler vergraulen. Normalerweise nimmt man ja auch den Taschenrechner. Vor allem, weil man sich dann ja auch mit den richtigen Problemen und den Argumenten beschäftigen kann, sagt der Didaktiker. Blöd nur, sage ich, wenn ich auf der Couch sitze und rechne und der Taschenrechner sich in meinem Arbeitszimmer befindet. Zum Aufstehen bin ich zu faul, also wird die Nebenrechnung auf die Rückseite des Zettels geschmiert oder die Wurzel bis auf eine Nachkommastelle im Kopf überschlagen.

Trigonometrie ist auch so eine Richtung, die mir entgegenkommt. Als Student lebte ich in einer Dachwohnung mit ganz toller Dachschräge. Eines Tages wollte ich in meiner Küche ein Brett anbauen, auf dem meine Mikrowelle stehen sollte. Ort des Bretts: so hoch wie möglich über dem Herd, rechts begrenzt durch einen Hängeschrank, links durch die Dachschräge. Als Messwerkzeug stand mir ein Zollstock zur Verfügung, der aber in der Höhe, wo ich das Brett möglichst anbringen wollte, sich nicht mehr vernünftig ausklappen ließ. Wäre ich an dem Tag voller Tatendrang gewesen, wäre ich zum nächsten Baumarkt gefahren und hätte mir ein Maßband gekauft, dann hätte ich das Band genau anlegen können und ich hätte das Brett nach diesen Maßen angebaut. Aber so war ich ja nicht. Deswegen wurde an zwei erreichbaren Stellen die Breite des Wandstückes mit dem Zollstock gemessen, damit der Winkel der Dachschräge (oder nur die Steigung, weiß ich nicht mehr so genau) berechnet und daraus wiederum die Höhe berechnet, in der das Brett noch hängen konnte. Und exakt zwei Dübel und zwei Schrauben später hing das Brett an der gewünschten Position.

Was das Nullstellenproblem angeht: das ist für mich nur eine Reduzierung der verschiedenen Gleichungstypen, d.h. jede Gleichung lässt sich als Suche nach Nullstellen umschreiben. Ob sie jemals für einen wichtig werden, darüber erlaube ich mir kein Urteil. Schließlich halte ich auch die Lektüre von Emilia Galotti für vergeudete Zeit, möchte aber Dürrenmatts „Physiker“ auf keinen Fall mehr missen. Aber was werde ich dazu in 10 Jahren sagen?

Kategorie: Mathematik, Schule

Didaktik für Fortgeschrittene

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Autodidaktik: Der Lehrer überlegt sich im Auto auf dem Weg zur Schule, was er heute im Unterricht machen wird.
Türklinken-/Schwellendidaktik: Der Lehrer erstellt seine Stunde, während er die Türklinke herunterdrückt bzw. die Schwelle zum Klassenraum betritt.
Hammerdidaktik: Der Lehrer plant seine Unterrichtsstunde im gleichen Augenblick, in dem er seine erste Frage an die Klasse stellt: „Was hamma denn letzte Stunde gemacht?“

Kategorie: Diverses, Schule