Archiv für den Monat: September 2010

Selbsteinschätzungsbogen

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„Ich habe das Thema nicht verstanden, können Sie mir alles nochmal
erklären?“
„Was genau verstehst du denn nicht?“
„Na, alles!“

Die Zeit der Klassenarbeiten (und damit der unfreien, aber sehr rotstiftlastigen Zeit) bricht wieder an. Für mich bedeutet das eine besondere Planung des Unterrichts, wenn ich alle Arbeiten VOR den Ferien zurückgeben möchte (nie wieder werde ich drei Klassenarbeitsstapel mit in die Ferien nehmen!). Im Augenblick probiere ich dafür sehr viele Selbsteinschätzungsbögen aus. Das sind Zettel, auf denen ich das Thema und das Ziel einer Kurzeinheit formuliere. Darauf folgt eine Tabelle mit den erwarteten Fertigkeiten und Fähigkeiten, die die Schüler im Laufe dieser Einheit beherrschen sollten. Die Schüler schätzen sich dann selbst ein, wie gut sie diese erreicht haben. Dazu gibt es von mir zu jeder Fertigkeit und Fähigkeit einige Aufgaben, wobei die Schüler gelegentlich aus mehreren Aufgaben wählen können. Sollten sie dann noch etwas Übung benötigen, so können sie auch die anderen Aufgaben machen. Um mir die Arbeit zu erleichtern, wähle ich momentan viele Aufgaben aus dem Buch und dem Begleitmaterial. Perfekt (i.e. referendar-like) wäre es natürlich, zu jeder Fertigkeit/Fähigkeit speziell angefertigtes Material bereitszustellen, auf mehreren Niveaus, und einer Lernreflexion in Form eines Tagebuchs o.ä. So begnüge ich mich jetzt noch damit, dass die Schüler sich ihrer speziellen Knackpunkte bewusst werden und dazu Fragen stellen können, statt dass sie in der letzten Stunde sagen, „Ich habe das Thema nicht verstanden, können Sie mir alles nochmal erklären?“

Nun setze ich die Selbsteinschätzungsbögen (was die Schüler erreicht haben sollten) für Klassenarbeiten etwa drei bis vier Stunden vor der Klassenarbeit ein, so dass genug Zeit zum Bearbeiten der Aufgaben, aber auch zum Fragen bleibt. Hausaufgaben gibt es genau genommen kein, denn die Vorbereitung auf die Klassenarbeit ist ja durch die Bögen abgedeckt. Trotzdem gebe ich den Schülern eine Orientierung, indem ich dann eine Aufgabe stelle wie „Arbeite so mit dem Zettel, dass du in der nächsten Stunde höchstens noch zwei Aufgaben machen musst.“, damit sie zeitlich nicht unter Druck geraten.

Selbsteinschätzungsbögen für den normalen Unterricht (was die Schüler erreichen sollen) sind eine Erleichterung, wenn eine Stationenarbeit zu aufwändig ist, aber nicht von Buchdeckel zu Buchdeckel gearbeitet werden soll. Damit können die Schüler die Übungsphase selbst in die Hand nehmen: man gibt eine Einführung in das Thema, z.B. erarbeitet man gemeinsam die Grundbegriffe zum Distributivgesetz, und stellt dann den Schülern eine Übersicht der zu erreichenden Ziele mit den Aufgaben zur Verfügung. Die Schüler können dann die Reihenfolge und teilweise die Aufgaben selbst wählen.

Hier ein paar Beispiele:

Beispiel 1: Einen Brief schreiben und dabei über Vergangenes berichten (Klasse 7, Découvertes Cadet 2 Leçon 1)

Beispiel 2: Mit Hilfe des Distributivgesetzes Terme umformen und Bilder mathematisch beschreiben (Klasse 8)

Beispiel 3: Vorbereitung auf eine Klassenarbeit zu Brüchen

Wie regelmäßig und über welche Zeitdauer setzt ihr solche Bögen ein?

Weniger ist mehr

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Klassenarbeitswoche. Französisch ist schon durch, in Mathe eine von fünf Klassen. Wie schön es doch ist, eine Klasse mit weniger als 20 Schülern zu haben. Der Unterricht läuft glatter, jeder kommt mal zu Wort (und nicht nur durch Zwischenrufe). Die Korrektur geht viel schneller, und der Stapel sieht auch viel einladender aus. Aber das liegt vermutlich auch an den Doppelseiten, die ich jetzt austeile und einsammle. Seit die Hefte in der Schule bleiben, kann ich die Klassenarbeiten sogar wieder in meiner Lehrertasche tragen. Mein Ziel, keine Klassenarbeit mit in die Ferien zu nehmen, rückt in greifbare Nähe.

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Gut gemacht

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In den Ferien habe ich mich darüber aufgeregt, dass es kein Lösungsbuch zu unserem Oberstufenmathebuch gab. Der Verlag hat nun endlich Lösungsbücher herausgegeben, und um sich für die lange Wartezeit zu entschuldigen, gab es für jeden Lehrer ein kostenloses Exemplar. Gut gemacht!
Nun müssen wir nur noch die Fehler in den Lösungen finden.

Kategorie: Mathematik, Schule

Distributivgesetz

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Studying = FAIL (via graphjam.com)

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Online-Fortbildung – Ein Erfahrungsbericht

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Gerade ist sie zu Ende gegangen, meine erste online-Fortbildung. Das Thema war „Arbeits- und Selbstorganisation, Ziele, Zeitmanagement, das Schuljahr planen“, allerdings nur der erste Teil, der zweite folgt nächste Woche. Den Inhalt werde ich nur kurz zusammenfassen, denn ich denke, dass die Art der Veranstaltung für euch wesentlich interessanter ist (obwohl ich hier auch wieder einiges Neues erfahren habe).

Heute ging es hauptsächlich um die Planung des Schuljahres und das Setzen von Zielen. Nach einer kurzen Selbsteinschätzung wies die Leiterin der Fortbildung, Izabela Schürmann vom Institut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg, auf wichtige Termine, die man bei der Grobplanung berücksichtigen sollte, hin und stellte dann das SMART-Prinzip vor. Doch auch das konkrete Planen von Zielen schließt das Träumen nicht aus, und so wurde kurz das Walt-Disney-Prinzip präsentiert, bei dem es darum geht, aus Träumereien konkrete Ziele zu machen, die den kritischen „Ja, aber…“-Gedanken standhalten können.

Die technische Umsetzung erfolgt durch Adobe Connect. Dazu wird der Flash-Player benötigt. Ein Headset ist sinnvoll, wenn man mitreden möchte. Die Anmeldung für eine online-Fortbildung erfolgt ganz unkompliziert: man meldet sich mit seinem Namen und einer e-Mail-Adresse an und loggt sich dann als Gast mit seinem Namen ein. Dann kann man auch schon loslegen: entweder durch Wortbeiträge im Chat oder übers Mikro. Heute lief die Verbindung gut, kein Rauschen, keine Abstürze. Der Veranstalter kann zwischendurch zur Abstimmung aufrufen, auf die man im eigenen Statusfeld mit Häkchen oder Kreuzchen antworten kann. Man sieht dann sofort auch, was die anderen abgestimmt haben. In einer RL-Fortbildung wäre das dasselbe wie eine Abstimmung per Handzeichen.

Die Wortbeiträge kommen meiner Meinung nach etwas zögerlicher als in einer RL-Fortbildung, weil man in letzterer auch die Mimik als Reaktion hat, während man sich online erst dazu überwinden muss, dies noch in Worte zu formulieren. Auch der sonst übliche „Jetzt machen Sie mal was in Gruppenarbeit oder mit Ihrem Nachbarn“ fehlt bei einer solchen Fortbildung. Das hat wiederum den Vorteil, dass die Fortbildung kurz und auf das Wesentliche beschränkt ist, hat aber den Nachteil, dass eine richtige Diskussion kaum zustande kommt. Ich kann mir aber vorstellen, dass mit wachsender Vertrautheit mit dem verwendeten Programm auch die aktive Teilnahme zunehmen wird. Vielleicht wäre auch ein anschließender Chat (meinetwegen auch bei Twitter) sinnvoll, um Tipps auszutauschen und um einzelne Fragen zu klären (oder auch um neue Fragen für die Folgeveranstaltung aufzuwerfen).

Was ich persönlich angenehm finde, ist das Verfolgen der Beiträge. Entweder sie sind schriftlich im Chat fixiert oder sie kommen nicht dazwischengerufen, sondern als angemeldeter Beitrag (heute war der Raum so eingerichtet, dass nicht jeder jederzeit reden konnte, sondern man erst von der Veranstalterin das Mikro „in die Hand gedrückt“ bekam“). Währenddessen habe ich mich mal gedanklich kurz ausgeklinkt und habe 1. Ziele entsprechend des SMART-Prinzips für meine 8. Klasse in der aktuellen Einheit umformuliert, 2. einen GEW-Newsletter schnell überflogen und den für mich interessanten Absatz gelesen und 3. ein wenig zum Thema SMART gegoogelt. Achja, meinen Lieblingskaffee auf meinem Schreibtischstuhl in meinem angenehm beheizten Büro habe ich auch noch genossen.

Alles in allem war es eine informative Veranstaltung, die technisch glatt lief und zu der ich entspannt erschien und an der ich mich gerne und nicht übermüdet beteiligen konnte. Daher habe ich auch schon einige der nächsten Veranstaltungen in meinen Kalender eingetragen. Da ich mich spontan dazu entscheiden kann, teilzunehmen, muss ich nicht meinen gesamten Zeitplan nach der Fortbildung ausrichten (im Vergleich mit einer RL-Fortbildung, bei der ich eine Stunde Fahrtzeit mit dem Auto und ein Mittagessen „auf die Hand“ einplanen muss).

Hier einige Fortbildungen über den Einsatz von Medien, an denen ich teilnehmen möchte:
14.09.2010, 19.00-20.30 Uhr: “Helferlein” für Sprachblogs und Moodle (Veranstalter ist Jürgen Wagner)
22.09.2010, 19.00-20.30 Uhr: Editieren von Sounds mit Audacity
23.09.2010, 19.30-21.00 Uhr: Google Docs in the Foreign Language Classroom
07.10.2010, 19.30-21.00 Uhr: Web 2.0 dans l’enseignement des langues étrangères
28.10.2010, 19.00-20.30 Uhr: Schreiben im Netz(werk)“Read-Write Web“
04.11.2010, 19.00–20.30 Uhr: Wiki im Fremdsprachenunterricht (Veranstalter ist Ralf Klötzke, Mitarbeiter beim ZUM-Wiki)
12.01.2011, 18.00-19.30 Uhr: Moodle, Einführung für Beginner
17.02.2011, 19.00-20.30 Uhr: Lernen und Unterrichten mit Blogs

Ich hoffe, ich habe den ein oder anderen Mitleser meines Blogs davon überzeugen können, an einer online-Fortbildung teilzunehmen. Vielleicht treffen wir uns ja auf einer der nächsten Fortbildungen!

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Online-Fortbildung

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Das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) Saarland und das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) bieten kostenlose Fortbildungen online an.

Fortbildung Online bietet kostenlose Fortbildungsveranstaltungen für Lehrerinnen und Lehrer über das Internet an. Die in Bild und Ton moderierten Live-Veranstaltungen finden „bei Ihnen zu Hause“ im Internet statt.
Für die Teilnahme benötigen Sie einen Rechner (Windows, Macintosh oder Linux), einen DSL-Internetzugang und einen Browser (Internet Explorer, Firefox oder Safari mit aktiviertem Flash-Player). Falls Sie sich aktiv mit Wortbeiträgen beteiligen möchten, benötigen Sie ein Mikrofon oder Headset.

Jede Veranstaltung läuft ca. 1,5 Stunden zwischen 17 und 21 Uhr. Es gibt mehrere Veranstaltungen pro Woche, manche speziell für Berufsanfänger, andere zum Umgang mit Medien (Blogs, Audacity, Wikis), einige wenige (noch) für die Fächer (Englisch, tw. bilingual, Französisch, Spanisch, Mathe). Da die Fortbildungen abends stattfinden und man zu Hause am eigenen Rechner mitmachen kann, spart man sich die lange Anfahrt und kann sich auch mal recht spontan zu einer Teilnahme entscheiden. Ich würde mich freuen, wenn auch andere Bundesländer diese Form der Fortbildung anböten oder das bestehende Angebot ergänzten. (Tipp von Jürgen Wagner via enpaed)

Oberfläche Klasse 9

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Sobald die Oberflächenformel für Kugeln in Klasse 9 im Unterricht erarbeitet worden ist, soll diese in Anwendung geübt werden. Eine nette Idee bietet die Seite iceballs.de. Hier werden Formen für Eisbälle (Durchmesser 6cm) zum Kühlen von Drinks (statt Eiswürfel) beworben.

Mögliche Fragen:
1. Wie groß ist die Oberfläche des Eisballs?
2. Wie viele Eiswürfel benötigt man, um auf die gleiche Oberfläche des Eisballs zu kommen?
3. Nenne Vor- und Nachteile dieser Eisform (Bezug zur Chemie möglich).
4. Entwickle für eine Bar eine besondere Eisform für Drinks und berechne seine Oberfläche. Entwirf für deine Eisform ein Werbeplakat.

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