Archiv für den Monat: Mai 2009

Ich bin gespannt wie gekochtes Gemüse

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Wenn jemand ein Buch auf deutsch schreibt, dessen Muttersprache nicht deutsch ist, so wird der Text üblicherweise so korrigiert, dass bei der Veröffentlichung des Buches keine Grammatik-, Rechtschreib- oder sonstige Fehler darin enthalten sind.

Bei diesem Buch ist das anders. Nathalie Licard kennt man als die Französin aus der ‚arald Schmidt Show. In diesem Buch erzählt sie mit ihrem charmanten Accent, wie sie nach Deutschland kam, hier die deutsche Sprache erlernte und Freunde und Arbeit fand. Sie berichtet von Fehlern, die sie in der deutschen Sprache begeht, aber auch, wie sie versucht, diese zu umschiffen. Sie vergleicht die deutsche und die französische Sprache, versucht Wörter in die jeweils andere Sprache zu übertragen. Wo ihr dies nicht gelingt, kreiert sie einfach ein neues Wort.

Dieses Buch zeigt einen heiteren Zugang zum Fremdsprachenlernen. Vor allem, weil es nicht in korrektem Deutsch geschrieben, sondern nur vorsichtig überarbeitet ist, so dass Grammatikfehler und falsche Syntax regelmäßig auftauchen. Man merkt es diesem Buch an, dass es der Stil ist, in dem die Autorin tatsächlich denkt. Und man versteht sie trotzdem! Daher ist dieses Buch besonders geeignet, um über das Fremdsprachenlernen einmal nachzudenken. Es gibt denjenigen Hoffnung, die meinen, sie könnten niemals eine Fremdsprache richtig sprechen. Denn Fehler dürfen gemacht werden, Fehler gehören zum Lernen dazu, aber sprachliche Korrektheit ist nicht das Wichtigste beim Sprechen.

Und so ganz nebenbei erhält man einen Blick hinter die Kulissen der ‚arald Schmidt Show und der Filmfestspiele in Cannes.

Nathalie Licard. Ich bin gespannt wie gekochtes Gemüse: Eine Französin in Deutschland. Kiepenheuer & Witsch 2008.
172 Seiten
ca. 8 Euro  (amazon.de)

Fermi-Aufgabe V

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Inspiriert von einem Schüler aus meiner Klasse aus dem Hospitationsunterricht lautet die heutige Frage:

Wie viele Karokästchen kann ein Schüler in einer Schulstunde ausmalen, sofern er jedes einzeln ausmalt?

Viel Spaß beim Rechnen!

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Nebenbei

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Ich studiere jetzt wieder. Und beginne erstmal mit einer Vorlesung, „Informatik I.“.

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Interpretationssache

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Mein Freund schwärmt von „Lost“. Ich kann seine Freude nicht teilen, wenn wieder eine neue Folge ausgestrahlt wird. Schuld ist mein Englischlehrer. Und das Buch „Lord of the Flies“. Es begann alles ganz harmlos. Bis zur 12. Klasse hatten wir einen Lehrer, der zwar eine sehr eigene Meinung zu Lektüren hatte (i.e. Schülerwünsche zählten nicht), aber der verschiedene Meinungen zu den ausgewählten Büchern, häufig recht aktuelle Lektüre (Buddha of Suburbia, The hundred secret senses), gelten ließ.
Dann geschah das praktisch Unmögliche: Ausgerechnet zum letzten Schuljahr lagen alle drei Stunden des GK Englisch am Montag in den ersten drei Stunden einschließlich Frühstunde (!) und wir bekamen einen anderen Lehrer. Dieser wählte Lord of the Flies als für uns geeignete Lektüre aus.
Ich konnte mich schon nicht inhaltlich mit dem Buch anfreunden. Da landet eine Gruppe Jungs auf einer einsamen Insel und schafft es nicht, friedlich miteinander zu leben. Meine Meinung war damals: Wären Mädchen dabei gewesen, wäre das nicht passiert.
Wie dem auch sei, wir schrieben über dieses Buch eine Klausur. Eine Frage lautete in etwa: Was dachte sich der Autor, als er dieses Buch geschrieben hat? Ich verkniff mir eine Antwort der Form „Kann ich Gedanken lesen?“ und schrieb eine in meinen Augen treffende historische Interpretation. Ich war richtig zufrieden mit meinem Text. Um es kurz zu fassen, ich bekam für diese Aufgabe 0 Punkte. Der Kommentar lautete, ich hätte nicht die Interpretation geschrieben, die wir im Unterricht erarbeitet hatten. Ich war sauer, fand das Buch jetzt noch viel doofer als ich es ohnehin schon tat und arbeitete für das Fach ab da nicht mehr als nötig. Seitdem sind Strandungen auf einsamen Inseln ganz unten auf meiner Liste.

Aber es besteht noch Hoffnung, dass ich dieses Trauma irgendwann einmal überwinden werde. Wie mein Musiklehrer es beinahe geschafft hat, mir „Die Moldau“ zu verleiden, davon erzähle ich ein andermal. Es hat Jahre gedauert, bis ich das Stück wieder hören mochte. Aber inzwischen mag ich das Stück auf meine Art ganz gerne hören. Auch hier lag es an einer falschen (!) Interpretation.

An der Uni wurde im ersten Literaturseminar die Frage diskutiert, ob es die Interpretation gibt. Natürlich gibt es sie nicht, sie kann nur gut begründet sein. Ich fühlte mich zum ersten Mal richtig verstanden. Nicht dass ich generell etwas gegen Interpretationen habe, oder gegen Schullektüren.

Es gab da ja auch die guten Tipps. Heinrich Manns „Professor Unrat“ zum Beispiel. Oder Dürrenmatts Physiker (ich liebe dieses Stück!). Oder Hamlet. Eben jene Bücher, deren Inhalt durch vorsichtiges Herantasten an eine Interpretation umso interessanter wurde, nicht durch Aufstülpen einer vorgesetzten Interpretation. Das sind die Bücher, die ich jetzt hin und wieder gerne lese (oder zumindest einen besonderen Abschnitt daraus).

Aber ist es nicht erschreckend, dass ein Lehrer durch sein Verhalten ein Buch schlecht machen kann, obwohl das Buch möglicherweise gar nichts dafür kann? Du blätterst seine Seiten um, du schaust in sein Innerstes, es widerspricht dir nicht. Aber nur weil jemand dir sagt, dass du es nicht richtig verstehst, entwickelst du eine gewisse Abneigung zu diesem Buch, du magst es nicht mehr ansehen, geschweige denn in die Hand nehmen. Und es liegt einfach nur da in deinem Regal und bleibt stumm.

Irgendwann werde ich dich wieder lesen, Lord of the Flies. Ganz bestimmt!

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TIMMS

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Mit der Überschrift weise ich nicht auf die „Third International Mathematics and Science Study“ hin, sondern auf den Tübinger Internet MultiMedia Server. Dort findet man Aufzeichnungen von Vorlesungen aus verschiedenen Fachbereichen. Kostenlos und unverbindlich. Finde ich prima als Fortbildungsmöglichkeit auf hohem Niveau. Das lässt sich auch ggf. für starke Schüler nutzen. Oder für den Deutschunterricht: „Wie mache ich mir am besten Notizen?“ In Mathe ist das einfach, da wird eh alles an die Tafel geschrieben oder es lässt sich wortwörtlich in der vorgeschlagenen Literatur nachlesen, wenn nicht sogar im Skript. Schwieriger wird’s, wenn nicht mehr alles an der Tafel steht, da muss man sich für seine Mitschriften ein geeignetes System entwickeln, z.B. Cornell Notes.

Aber auch zum erneuten Hören und zum Überprüfen der eigenen Notizen finde ich dieses Projekt toll und nachahmenswert.

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Fermi-Aufgabe IV

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Die heutige Aufgabe besteht aus zwei Fragen:

1. Wie viele Kilometer legt ein Schüler in einem Schuljahr während des Sportunterrichts zurück?

2. Wie viele Kilometer legt ein Schüler während der gesamten Unterrichtszeit inkl. Pausen in einem Schuljahr zurück?

Ich habe den Eindruck, dass der Bewegungsdrang nach der 6. Klasse deutlich abnimmt und nur noch gemütlich plaudernd über den Schulhof geschlendert wird. Daher wollte ich Sportunterricht und „normales“ Bewegen voneinander trennen.

Viel Spaß beim Rechnen!

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Überraschend ist…

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… wenn eine Schülerin dich (28 Jahre) bittet, für ein Foto die Mutter zu spielen. Seh ich wirklich schon so alt aus??? Es gibt Tage, da sollte man auf keinen Fall das Lehrerzimmer verlassen! Geburtstage sind solche Tage.

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Fermi-Aufgabe III

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Die heutige Frage lautet:

Wie viele Klausuren und Klassenarbeiten (keine Tests) werden von allen Lehrern und Lehrerinnen in einem Schuljahr korrigiert?

Viel Spaß beim Rechnen!

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Tintenstrahldruckerfolie beschriften

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Wer einmal die Folie für Tintenstrahldrucker bedruckt hat und darauf schreiben wollte, kennt das Problem. Die Folie ist speziell mit einer rauhen Oberfläche beschichtet, die bedruckt wird. Die Tinte trocknet sofort darauf, aber das Schreiben ist darauf fast unmöglich. Will man die andere Seite bedrucken, kann man auch schon mal mehrere Stunden warten, bis die Tinte getrocknet ist. Dann kann man zwar die Folie besser beschriften, aber auch diese Seite ist nicht ganz glatt, Korrekturen gestalten sich hier auch eher als schwierig.

Doch es gibt einen Trick, wie man tintenbedruckte Folie schnell bedrucken und dann sogar korrigierbar beschriften kann (vorausgesetzt der Folienstift ist nicht-permanent): Man laminiert die Folie. Die Folie ist zwar leicht milchig, aber das stört auf dem OHP nicht. Außerdem wellt sich die Folie nicht, wenn sie länger mal auf dem OHP liegt. Und die Vorbereitungszeit des Materials liegt deutlich unter einer Stunde.

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Prüfung

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Heute war es endlich soweit. Um 8.05 ging es mit der Begrüßung los, dann 2 Stunden gezeigt, dann die PDS-Aufgabe (die sich sehr am Portfolio orientiert hat, wie ich erleichtert festgestellt habe; es ging dabei um VERA 8 und um Chancen und Risiken von Vergleichsarbeiten, MBA und Zentralabitur…), dann das Portfolio-Gespräch. Und schließlich hatte ich bestanden. Bin jetzt hundemüde. Kann es noch gar nicht glauben, dass jetzt alles vorbei ist. Ich glaube, die richtige Erleichterung werde ich morgen früh spüren.

Kategorie: Diverses, Schule